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Analysen - Ausland
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20.09.2012
VINCI-Aktie: Eingetrübte Marktsituation bietet wenig Kurspotenzial
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Dr. Philipp Gamper, Analyst von Sarasin Research, stuft die Aktie von VINCI (ISIN FR0000125486/ WKN 867475) nach wie vor mit "neutral" ein.
Der weltweit größte Konzessions- und Baukonzern VINCI überzeuge dank des umsichtigen Managements regelmäßig mit guten Resultaten. Das 1H 12 sei erneut vielversprechend verlaufen. Der Umsatz habe sich um 4% gegenüber der Vorjahresvergleichsperiode auf EUR 17,94 Mrd. erhöht und der um Einmaleffekte bereinigte EBIT sei um 1% auf EUR 1,58 Mrd. gestiegen. Die EBIT-Marge habe 8,8% (1H11: 9,1%) erreicht. Der Bestellungsbestand habe zudem einen neuen Höchstwert von EUR 33,2 Mrd. aufgewiesen.
Nichtsdestotrotz sei das Management zur Jahresmitte etwas vorsichtiger in seiner Einschätzung für das Gesamtjahr geworden. Zwar rechne VINCI nach wie vor mit einem leichten Umsatzwachstum. Hingegen werde nur noch von einem EBIT und einem Reingewinn nahe dem Vorjahreswert ausgegangen, anstelle einer EBIT-Margenentwicklung auf Vorjahreshöhe, was indirekt eine leichte Verbesserung des absoluten EBIT-Werts unterstellt hätte. In Anbetracht der zunehmenden Eintrübung der französischen Wirtschaftslage verbunden mit den verstärkten Sparmassnahmen der Regierung bei gleichzeitiger Bekanntgabe höherer Steuern sei die vorsichtigere Einschätzung des Managements mehr als nachvollziehbar.
VINCI besteche durch eine hervorragende Marktstellung, ein verhältnismäßig ausgewogenes Geschäftsmodell, eine im Branchenvergleich solide Bilanz, robuste Geldflüsse sowie ein überzeugendes Management. Vor diesem Hintergrund erscheine die Bewertung sowohl auf Stufe P/E als auch auf Stufe EV/EBITDA als durchaus attraktiv. Da VINCI jedoch trotz ihrer Aktivitäten in einer Vielzahl von Ländern immer noch über 60% des Umsatzes in Frankreich erziele, sei das Unternehmen in erheblichem Masse von der französischen Wirtschaftsentwicklung abhängig. Die aktuellen Indikatoren und Prognosen würden dabei von einer weiteren Eintrübung ausgehen, welche durch die angestrebten Sparbemühungen und Steuererhöhungen der neuen Regierung zusätzlich verschärft werden dürfte. Als Ausfluss müsse mit einem rückläufigen Verkehrsaufkommen auf den gebührenpflichtigen Strassen Frankreichs gerechnet werden sowie mit Verzögerungen bei der Freigabe von Bauprojekten aus dem zugegebenermaßen eindrücklichen Bestellungsbestand.
Aus diesen Überlegungen stufen die Analysten von Sarasin Research die Aktie von VINCI trotz vieler positiver Aspekte weiterhin mit "neutral" ein. (Analyse vom 20.09.2012) (20.09.2012/ac/a/a)
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