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Analysen - Ausland
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20.09.2012
Texas Instruments-Aktie: Bewertungsniveau widerspiegelt Potenzial des Geschäftsmodells
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Oskar Schenker, Analyst von Sarasin Research, bestätigt seine Einschätzung "neutral" zur Aktie von Texas Instruments (ISIN US8825081040/ WKN 852654).
Nach 34% Umsatzwachstum 2010, mehrheitlich erzielt durch die drei strategischen Bereiche Analog, Embedded Processing und Wireless, sei Texas Instruments (Tl) zuversichtlich ins 2011 Jahr gestartet. Leider sei durch die Naturkatastrophe in Japan die Entwicklung jäh gestoppt worden. Nicht nur die Absatzmärkte von Tl seien betroffen gewesen, sondern auch die eigene Produktion, welche in Japan noch 2010 ausgebaut worden sei. 2011 sei zudem durch politische Spannungen und ein sich weltweit abschwächendes Wirtschaftswachstum geprägt gewesen.
Texas Instruments habe 2011 einen Umsatz von USD 13,7 Mrd. erzielt. Dies liege zwar leicht unter dem Vorjahr (USD 14,0 Mrd.) sei aber auf der Höhe von 2007, also vergleichbar mit dem Vorfinanzkrisenjahr. Der operative Gewinn habe sich deutlich schlechter entwickelt als im Vorjahr. Er habe bei knapp USD 3,0 Mrd. gegenüber USD 4,5 Mrd. 2010 gelegen. Tl habe trotz belastender Sonderfaktoren einen Reingewinn von USD 2,2 Mrd. erzielt. Dies entspreche einer Gewinnmarge von 16,3%, was einen Spitzenwert in der Branche darstelle. Das Portfolio von Tl habe sich 2011 weiter verändert. Mit National sei das Segment Analog gestärkt worden und Embedded Processing sei dank vieler neuer Applikationen mit Microcontrollern weiter gewachsen. Die größten Veränderungen habe es bei Wireless gegeben, wo Tl den Bereich Basisband habe weiter reduzieren müssen.
Im kürzlich veröffentlichen Update per Mitte drittes Quartal habe Tl die Nachfrage nach Produkten als weiterhin gering bezeichnet. Nur dank Einsparungen und dem Erlös aus Versicherungsleistungen für Erdbebenschäden in Japan habe das Unternehmen die Gewinnspanne pro Aktie leicht verbessern können, wobei die obere Schwelle unverändert geblieben sei. Die Umsatzerwartung sei indes nur enger gefasst worden. TI habe bereits im Juli vor tieferen Umsätzen gewarnt, obwohl das dritte Quartal normalerweise bereits ein Anstieg an Aufträgen für das Jahresendgeschäft aufzeige. Eine leichte Margenverbesserung habe TI trotz tiefer Volumen bzw. schlechter Auslastung aufzeigen können. Ein wirklicher Hebel ergebe sich erst, wenn die Volumen wieder deutlich zunähmen und TI die verfügbare Kapazität besser auslasten könne.
Auch nach der Akquisition von National präsentiere sich die Bilanz von TI solide. Habe das Unternehmen Anfang 2011 eine Nettogeldposition von USD 2,8 Mrd. gehabt, so seien es nach der Akquisition Nettoschulden von USD 2,7 Mrd. (Ende 2011). Die Verschuldung dürfte dank solidem Cashflow bis spätestens Ende 2013 abgebaut sein. Die Eigenkapitalquote habe sich von 79% (2010) auf 66% per Ende 2011 reduziert, was weiterhin ein überdurchschnittlicher Wert sei. Das Geschäftsmodell von TI habe sich in den letzten Jahren deutlich zu höherwertigen Produkten entwickelt. Die Kernsegmente (Analog, Embedded Processing und Wireless) würden rund 75% des Umsatzes generieren. Diese Segmente würden stärker wachsen als die entsprechenden Endmärkte; d.h. TI gewinne Marktanteile. TI habe außerdem in den letzten Jahren in die Produktionskapazitäten investiert.
Das Unternehmen sei für Investoren attraktiv, berücksichtigt man, dass in den letzten 8 Jahren 34% der ausstehenden Aktien zurückgekauft worden seien. Durch die National Akquisition dürfte das Rückkaufprogramm zwar reduziert worden sein. Dennoch würden die Analysten mit einer graduellen weiteren Rückkaufquote über die nächsten Jahre rechnen. In der gleichen Zeit (8 Jahre) habe TI die Dividende pro Aktie von USD 10 Cents auf USD 70 Cents sukzessiv angehoben.
Angenommen, die Volumen würden sich in den nächsten Quartalen erholen, dürfte sich das deutlich positiv in den operativen Margen von Tl niederschlagen. Dies deshalb, weil die aktuelle (Fab) Auslastung nur etwa bei 65% liege und dennoch eine operative Marge von rund 20% erreicht werden könne. Die Bewertung, welche in der Vergleichsgruppe der Analysten am oberen Rand liege, sei deshalb unter Berücksichtigung des Potenzials als gerechtfertigt anzusehen.
Die Analysten von Sarasin Research bestätigen ihre "neutral"-Einstufung für die Aktie von Texas Instruments. (Analyse vom 19.09.2012) (20.09.2012/ac/a/a)
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