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Analysen - Ausland
17.09.2012
AXA-Aktie: Kurspotenzial noch nicht ausgeschöpft
Sarasin Research

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Zürich (www.aktiencheck.de) - Martin Schwab, Analyst von Sarasin Research, bestätigt seine Einschätzung "buy" für die Aktie von AXA (ISIN FR0000120628/ WKN 855705).

AXA sei als Holdinggesellschaft mit Sitz in Paris in den Bereichen Lebensversicherung, Sach- und Haftpflichtversicherung und Asset Management & Banking tätig. Das Lebensversicherungsgeschäft, welches rund 61% der gesamten Erträge generiere, mache AXA zum weltweit größten Lebensversicherer. Aber auch im Nichtlebengeschäft belege die französische Versicherungsgesellschaft mit dem viertgrößten Prämienaufkommen eine Spitzenposition.

Durch die tiefen Wiederanlagerenditen und der im traditionellen Lebensversicherungsgeschäft üblichen garantierten Verzinsung würden insbesondere die Lebensversicherer unter dem aktuellen Tiefzinsumfeld leiden. AXA sei aber seit längerem daran, ihren Produktemix zinsunabhängiger zu strukturieren, d.h. von Garantieleistungen hin zu kommissionsbasierten Produkten. Ein solcher Schritt nehme allerdings viel Zeit in Anspruch, da ja nur auf die Neugeschäfte Einfluss genommen werden könne, während die laufenden Lebensversicherungen erst nach deren Ablauf (oder bei Kündigung) durch neuere Produkte ersetzt werden könnten. AXA verzeichne diesbezüglich aber gute Fortschritte. So habe der operative Gewinn im Lebensversicherungsgeschäft um 3% gesteigert werden können.

In der Sparte Sachversicherung habe der operative Gewinn gegenüber der Vorjahresperiode um 4% gesteigert werden können. Der Grund hierfür habe größtenteils in den realisierten Preiserhöhungen (+3%) aufgrund des großen Schadenaufkommens im vergangenen Jahr gelegen. So habe sich die Combined Ratio um 80 Basispunkte auf 96,4% verbessert. Das Wachstum beim Prämienvolumen habe - in Übereinstimmung mit der verfolgten Strategie - ihren Ursprung hauptsächlich in den Schwellenländern (v.a. Lateinamerika) gehabt. Die Asset Management Division von AXA sei in zwei Einheiten gegliedert: AllianceBernstein (AB) arbeite größtenteils für Drittparteien, d.h. für Institutionelle & Privatkunden, mit einem Fokus auf die USA, Europa und Asien. AXA lnvestment Managers (AIM) arbeite dagegen primär für AXA‘s Versicherungsgeschäft, verfüge aber aus Diversifikationsgründen auch über Drittkunden. Die Nettoeinnahmen von AB seien im 1H12 um 13% gesunken, hauptsächlich aufgrund von tieferen Verwaltungsgebühren (-17%) und tieferen AuM, welche gegenüber Mitte 2011 um 9% resp. um EUR 5 Mrd. zurückgegangen seien.

Langfristig verfüge AXA über ein Geschäftsportfolio mit soliden Wachstumsaussichten. Die steigende Risikoaversion und Lebensdauer sowie zunehmende Vorsorgelücken würden die Nachfrage nach Versicherungsprodukten mittelfristig nachhaltig steigern. Umfragen würden zeigen, dass Haushalte als Folge der Wirtschaftskrise mehr denn je zum Sparen bereit seien. Zudem sei AXA v.a. in den Wachstumsregionen Asien, Lateinamerika und Osteuropa hervorragend positioniert und baut ihre dortige Präsenz ständig mittels kleinerer Akquisitionen aus.

Das Management habe sich der Beibehaltung der Ausschüttungspolitik verschrieben. Die kommunizierte Ausschüttungsquote solle somit auch in den kommenden Jahren zwischen 40% und 50% liegen. Selbstverständlich bedinge dies eine ausreichende Cash Flow-Generierung (d.h. keine ausserordentliche Schäden) sowie eine gesunde Solvency II Quote. Es sehe momentan nicht danach aus, als ob eine dieser zwei Bedingungen im laufenden Jahr nicht erfüllt würden, womit ein Anleger mit einer attraktiven Dividendenrendite von knapp 6% rechnen könne.

Aus Bewertungssicht sei die AXA-Aktie mit Blick auf das Kurs/Buchwertverhältnis sowohl individuell betrachtet als auch im Sektorvergleich — selbst nach der jüngsten Kursrally — immer noch sehr attraktiv bewertet. AXA‘s substanzielle Anlagen im südeuropäischen Raum sowie die mit dem US VA-Geschäft verbundene Unsicherheit würden in den vergangenen Wochen und Monaten schwer auf den Aktien lasten und hätten zu einer erhöhten Kursvolatilität geführt. Das französische Versicherungsschwergewicht verfüge aufgrund der strategisch günstigen Positionierung und der zuvor erwähnten deutlichen operativen Fortschritte aber immer noch über ein erhebliches Kurspotenzial.

Nach Einschätzung der Analysten von Sarasin Research ist die AXA fundamental betrachtet bestens gerüstet, um mittelfristig profitabel zu wachsen, weshalb sie Ihre Kaufempfehlung für die AXA-Aktie unverändert lassen. ( Analyse vom 17.09.2012) (17.09.2012/ac/a/a)



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