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Analysen - DAX 100
24.11.1999
SGL Carbon Outperformer
WGZ-Bank

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Andreas Theisen von der WGZ-Bank hat seine Einstufung für die Aktien der SGL Carbon AG (WKN 723530) von Market- auf Outperformer hochgenommen.

Die schwachen 9-Monatszahlen sowie die Ankündigung einer weiteren Rückstellung im vierten Quartal hätten den Kurs der Aktie laut Theisen zuletzt regelrecht einbrechen lassen. Wenngleich die Ergebnisrechnung kurzfristig v.a. durch die geplante Akquisition der Keramchemie sowie durch Anlaufkosten aus Kapazitätserweiterungen belastet werde, rechnen die Wertpapierexperten der WGZ-Bank aufgrund der Erholung in der Stahl- und Halbleiterindustrie und positiven Effekten aus dem eingeleiteten Restrukturierungsprogramm mit deutlich steigenden Ergebnissen in 2000/2001. Die sukzessive in das Investoreninteresse rückenden 01er Gewinnprognosen, die baldige Beendigung des Chapter 11-Verfahrens, die vielfach eine Einstiegsbarriere für US-Investoren dargestellt habe, sowie die Beilegung der noch offenen Klagen sollten nach Theisen das Sentiment für die Aktie erheblich verbessern. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Analyst des Düsseldorfer Geldinstituts mit 2,72 Euro, für 2000 mit 3,97 Euro und mit 4,85 Euro für 2001.

Theisen rechnet nach der bereits durchgeführten Anpassung der Produktionskapazitäten bei Graphitelektroden mit der Reduktion der Kapazitäten von Seiten der SGL um rund 9 %; auch der Konkurrent UCAR habe seine Kapazitäten deutlich gesenkt, gepaart mit einer steigenden Nachfrage der Stahlindustrie durch die konjunkturelle Erholung mit zunehmenden Mengen und Preisen. Für das vierte Quartal plane der Konzern die Erhöhung der Absatzmenge um rund 11 % auf 46.000 Tonnen. Des weiteren seien Preiserhöhungen von 4 – 8 % angekündigt worden, die sich ab März / April 2000 auch in der Ergebnisrechnung niederschlagen dürften. Die Einsparungspotentiale aufgrund des Kostensenkungsprogramms würden sich auf 80 Mio. DM p.a. bis 2002 belaufen.

Mit Blick auf die erwartete Erholung in der Halbleiterindustrie, angekündigten Preiserhöhungen in den USA sowie weiteren Restrukturierungen, für die bereits in 1998 eine Rückstellung gebildet worden sei, rechnet Theisen in 2000 mit signifikanten Ergebnisverbesserungen.

SGL sei im Begriff, die Keramchemie mit einem geschätzten Umsatz von 530 Mio. DM im laufenden Geschäftsjahr von der Th. Goldschnidt AG zu erwerben. Die Zustimmung der Kartellbehörden stehe jedoch noch aus. Mit einem Umsatzvolumen von rund 600 Mio. DM nach Bereinigungen im Bereich Korrosionsschutz würde der Konzern laut Theisen die führende Position in einem schwierigen Marktumfeld einnehmen und unter dem Gesichtspunkt von Kostengrößen- und Know how-Vorteilen ab 2001 wieder eine Rendite von rund 10 % erzielen können. Im kommenden Jahr werde das Ergebnis des Geschäftsfelds TE jedoch durch Aufwendungen u.a. für die Integration der Keramchemie sowie Anlaufkosten für Kapazitätserweiterungen mit 7 Mio. Euro negativ sein. Deutlich positive Ergebnisbeiträge erwarten die Analysten der WGZ-Bank ab 2001.

Theisen hält die jüngsten Kursabschläge angesichts des sich deutlich bessernden fundamentalen Umfelds sowie der nun sehr günstigen Bewertung für überzogen und stuft die Aktie deshalb als Outperformer ein.

Auf Basis der 2000 bzw. 2001 Gewinnschätzungen ergebe sich derzeit ein KGV von 13,1 bzw. 10,8 . Die Wertpapierexperten der WGZ-Bank hielten mit Blick auf die zukünftig breitere Risikostreuung durch den Ausbau des Geschäftsfeldes Technik sowie auch unter historischen Gesichtspunkten ein KGV von rund 16 für angemessen, woraus sich basierend auf Theisens Gewinnprognose für 2001 ein Kursziel von rund 77 Euro ergebe.



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