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Analysen - Ausland
31.08.2012
Anglo American-Aktie: Konzern mit solide Bilanz und moderater Bewertung
Sarasin Research

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Zürich (www.aktiencheck.de) - Ute Haibach, Analystin von Sarasin Research, bestätigt ihre Einschätzung "neutral" zur Aktie von Anglo Amreican (ISIN GB00B1XZS820/ WKN A0MUKL).

Die globale Wirtschaftslage beeinflusse den Bergbau maßgeblich. Bis Ende 2012 würden die Analysten mit einer Abschwächung der globalen Konjunktur und im 2013 dann mit einem Aufschwung rechnen. Anglo American (Anglo) verfüge über ein diversifiziertes, werthaltiges, langlebiges und ausbaufähiges Rohstoffportfolio mit Seltenheitswert einiger Rohstoffe (Platin, Diamanten). Letzteres unterscheide Anglo von anderen diversifizierten Minengiganten.

Kurzfristig dürfte sich die aktuelle Konjunkturschwäche in weiter sinkenden Rohstoffpreisen sowie ggfs. auch leicht rückläufigen Volumina (nachfragebedingt bisher kaum gesehen) niederschlagen. Gleichzeitig würden die Kosten steigen. Dies belaste die Margen der Industrie. Im Zuge einer konjunkturellen Erholung sollten die Rohstoffpreise jedoch wieder anziehen. Eisenerz, das in der Stahlproduktion Anwendung finde, sei der Rohstoff mit dem höchsten Anteil am operativen Gewinn und den höchsten Margen bei Anglo. Grundsätzlich würden die Analysten Eisenerz aufgrund der oligopolistischen Marktsituation in der steilem marginalen Produktionskostenkurve als attraktiv ansehen.

Kupfer und Kohle hätten 2011 je 22% vom operativen Gewinn von Anglo ausgemacht und seien damit die zweit- bzw. drittgrößte Sparte. Der Kupferpreis sei ab Ende April 2012 um 11% gesunken und auch die Preise von Koks- sowie Kraftwerkskohle seien im Zuge der konjunkturellen Abschwächung zurückgekommen. Anglo besitze 80% am weltgrößten Platinproduzenten AngloPlat, dessen Minen vornehmlich in Südafrika domiziliert seien. AngloPlat zeichne sich durch seine großen Reserven und guten Wachstumsperspektiven aus. Das Umfeld für die Platinindustrie bleibe jedoch schwierig. Der Platinpreis sei aufgrund der geringen Nachfrage und vorhandener Überkapazitäten von Ende Februar 2012 bis Mitte August um 18% gesunken.

Innerhalb der Industrieabdeckung der Analysten habe Anglo mit den 1H12 Zahlen am meisten enttäuscht, was zu Abwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen geführt habe. Weitere Anpassungen dürften folgen. Bei Anglo sei der um außergewöhnliche Ereignisse bereinigte Gewinn je Aktie im 1H12 um 47% zum Vorjahr auf USD 1,38 gesunken und 13% hinter den Konsenserwartungen zurück geblieben. Der operative Cashflow sei um 49% gefallen. Sinkende Rohstoffpreise und steigende Produktionskosten würden auf Gewinne und Margen drücken.

Per Ende 1H12 habe Anglo eine pro forma Nettoverschuldung (inklusive Liquiditätsabfluss infolge der Aufstockung der Beteiligung an De Beers von 45% auf 85% und des neu erworbenen Kokskohlevorkommens Revuboe in Mosambik) von USD 10 Mrd. ausgewiesen. Setze man diese ins Verhältnis zum EBITDA 2012E, errechne sich eine Kennzahl von 1,03x. Damit würden die Analysten die Bilanz als solide erachten, auch wenn der Schnitt der Vergleichsgruppe nur 0,6x betrage. Die Anglo-Aktie notiere beim P/E 2013E mit einem Abschlag von 15% zur Vergleichsgruppe. Diesen Diskont würden die Analysten aufgrund des großen Südafrika-Engagements, des Risikos der Verfehlung der Wachstumspläne, der nur schwer lösbaren Probleme in der Platinsparte sowie der noch erwarteten Gewinnabwärtsrevisionen als angemessen erachten.

Die moderate Bewertung reflektiert die Problemfelder ausreichend, weshalb die Analysten von Sarasin Research die Aktie von Anglo American Aktie nach wie vor mit "neutral" einstufen. (Analyse vom 31.08.2012) (31.08.2012/ac/a/a)



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