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Analysen - Ausland
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20.08.2012
Standard Chartered-Aktie: Bewertungsprämie nach US-Anschuldigungen und Einigung gesunken
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Rainer Skierka, hält an seiner Heraufstufung (vom 15.08.) der Aktie von Standard Chartered (ISIN GB0004082847/ WKN 859123) von "neutral" auf "buy" fest.
Standard Chartered (STAN) sei eine Bank mit Hauptsitz in London und einem CEO der Brite sei. Ansonsten seien die Verbindungen zu Großbritannien jedoch gering. STAN sei operativ fast ausschließlich in den Wachstumsregionen Asien, Mittlerer Osten und Afrika tätig. Nur 9% der Nettoerträge erwirtschafte STAN in den entwickelten Ländern im Westen.
STAN‘s US Tochtergesellschaft Standard Chartered Bank (SCB) sei kürzlich in den Fokus einer ihrer Aufsichtsbehörden geraten, des New York Staat Department of Financial Services (DSF) und sei der Umgehung von Sanktionen gegenüber dem Iran angeklagt worden, indem sie ein Geschäftsvolumen von USD 250 Mrd. in ca. 60.000 illegalen Transaktionen über einen Zeitraum von nahezu 10 Jahren abgewickelt habe.
Aufgrund der hohen Unsicherheit die sich aus den ernsthaften Anschuldigungen am 6.8.2012 ergeben hätten sowie unter Berücksichtigung des anschließenden Kurszerfalls hätten die Analysten die Aktie am 7.8.2012 von "kaufen" auf "neutral" herabgestuft. Jetzt, mit dem erzielten DFS-Vergleich sowie mit dem Wegfall des Risikos des Banklizenzentzugs scheine ihnen das bestehende Restrisiko aus den noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen minimal. Darüber hinaus seien die Analysten der Meinung, dass mögliche finanzielle Einbussen und Reputationsschäden limitiert seien.
Die gesamthaft erwarteten Geldbußen würden sich schätzungsweise auf einem Niveau von nicht mehr als 1% des Eigenkapitals bewegen und würden sich mit einem übertriebenen 15%igen Kursrückgang (USD 8,7 Mrd.) zwischen dem 6. und 14. August vergleichen. Die DSF-Busse entspreche ungefähr 6% der aktuellen Gewinnvorhersage für 2012. Das bedeute STAN werde trotz dieser Kosten ansprechende Resultate liefern können. Obwohl die Anschuldigungen zweifellos schwerwiegend gewesen seien, bleibe STAN eine hervorragend in den Schwellenländern positionierte Bank. Sie sei liquide und habe eine überdurchschnittlich gute Refinanzierungsstruktur. Die Bank habe eine hohe Kapitalausstattung (Basel 3 pro-forma 10,6%) und sei geographisch breit diversifiziert: In 23 Ländern erwirtschafte sie Nettoerträge von jeweils mehr als USD 100 Mio. und erziele in 15 Ländern mehr als USD 100 Mio. Gewinn. Hinzu komme, dass STAN keinerlei Ausstände gegenüber Europäischen Staatsschuldnern habe.
Damit würden die fundamentale Stärke der Bank und der vielversprechende Ausblick wieder in den Vordergrund treten. Für die Analysten sei das Grund genug, die Aktie wieder auf "kaufen" herauf zu stufen.
Wenn man als Vergleichsgruppe Banken aus den entsprechenden Ländern, in welchen STAN tätig sei (Asien, dem Mittleren Osten und Afrika), heranziehe, so werde STAN ihnen gegenüber mit einem Bewertungsabschlag gehandelt, den die Analysten nach dem erzielten Vergleich nicht mehr als gerechtfertigt einstufen würden. Die erwartete Kurserholungsphase könnte jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die zwei wichtigsten Pfeiler für STAN‘s Investment Case würden unverändert die Bilanzstärke und die geographisch breit diversifizierten Aktivitäten bleiben, welche in einer überdurchschnittlich hohen Ertragskraft münden würden.
Der Analysten von Sarasin Research empfehlen die Standard Chartered-Aktie zum Kauf. (Analyse vom 16.08.2012) (20.08.2012/ac/a/a)
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