|
News - Neuer Markt
|
23.11.1999
IDS Scheer droht Ergebnisbelastung
bullresearch.com
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die IDS Scheer (WKN 625700) meldete am Montag über eine Ad Hoc Mitteilung, daß ihr im Zusammenhang mit der Insolvenz der Philipp Holzmann AG möglicherweise eine Sonderbelastung des 1999er Ergebnisses von 12 Mio. DM drohe. Das Unternehmen, das seit Mitte Mai am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert ist, hat 12 Mio. DM liquider Mittel in eine kurzfristige Inhaberschuldverschreibung (Commercial Paper) der Philipp Holzmann AG investiert. Dieses Geld dürfte aus den Erlösen des Börsengangs stammen.
Laut IDS Scheer handele es sich bei der Anlage lediglich um eine Größenordnung von 6 Prozent der liquiden Mittel. Die Liquidität und das operative Geschäft der IDS Scheer seien in keinster Weise beeinträchtigt. In Gesprächen mit der Deutschen Bank, der Emittentin des Papiers, versuche die IDS Scheer den Schaden einzugrenzen. Weiter habe das Unternehmen rechtliche Schritte eingeleitet.
Kommentar Während das 100jährige Traditionsunternehmen Philipp Holzmann und mehrere 10.000 Mitarbeiter um Ihre Existenz fürchten, vermeldet die IDS Scheer, daß man 12 Mio. DM an liquiden Mitteln, die in einer Holzmann Inhaberschuldverschreibung angelegt waren, abschreiben muß. Unternehmen am Neuen Markt nennen häufig als Begründung für einen Börsengang die internationale Expansion und hohe technologische Investitionen aufgrund des Wettbewerbsdrucks. Pikant an der Situation ist zudem die Rolle der Deutschen Bank, die Lead Manager des IDS Scheer IPOs war und IDS das riskante Holzmann Papier empfohlen hat.
Man darf sich dabei ruhig die Frage stellen, warum mit einem signifikanten Anteil von 6 Prozent der liquiden Mittel der IDS Scheer eine solche Anlage getätigt wurde. Dieser Fall ist ein schwerer Imageschaden für die IDS Scheer der noch nicht abzuschätzen ist. Vor allem wird er Kritiker auf den Plan rufen, die im Neuen Markt Ansätze eines Kasino-Kapitalismus sehen, noch dazu vor dem Hintergrund wenn 50.000-60.000 Menschen von einem Arbeitsplatzverlust beim Unternehmen Holzmann betroffen sind. Sollte es sich um eine eindeutige Fahrlässigkeit bei der Anlagepolitik innerhalb der IDS Scheer handeln, so wären Konsequenzen in personeller Hinsicht notwendig. Viele Anleger werden sich die Frage stellen, was machen die Unternehmen des Neuen Markts eigentlich mit den Emissionserlösen? Wie professionell gehen Sie mit den Mitteln um ? Im Falle der IDS Scheer sind wohl 12 Mio. DM auf nimmer Wiedersehen verschwunden.
|