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News - DAX 100
08.08.2012
Klöckner & Co-Aktie: Rote Zahlen, Sparprogramm verschärft
aktiencheck.de

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Duisburg (www.aktiencheck.de) - Der Metalldistributeur Klöckner & Co SE (ISIN DE000KC01000/ WKN KC0100) präsentierte am Mittwoch die Geschäftszahlen für das zweite Quartal. Dabei konnte man beim Absatz und Umsatz deutlich zulegen, während das Ergebnis angesichts hoher restrukturierungsbedingter Einmalaufwendungen deutlich unter Vorjahresniveau blieb.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,96 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 1,89 Mrd. Euro. Beim EBITDA verzeichnete der Konzern einen Gewinn von 33 Mio. Euro, nach 62 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen lag das EBITDA bei 50 Mio. Euro (Vorjahreswert: 62 Mio. Euro). Damit konnte man im zweiten Quartal trotz des schwächeren konjunkturellen Umfelds den prognostizierten Rahmen beim EBITDA erreichen.

Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 38 Mio. Euro verbucht, nach einem Gewinn von 5 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Bereinigt um restrukturierungsbedingte Einmaleffekte wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 3 Mio. Euro erzielt.

"Die Lage in Europa ist zunehmend angespannt und wir sehen die weitere Entwicklung weiterhin skeptisch. Wir haben uns frühzeitig darauf eingestellt und unsere Restrukturierungsmaßnahmen zuletzt erheblich ausgeweitet. Wachstumstreiber für Klöckner & Co ist und bleibt der US-amerikanische Markt, in dem wir durch die weitestgehend abgeschlossene Integration von Macsteel bestens aufgestellt sind", erklärte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl.

Als Reaktion auf die weiterhin schwierige konjunkturelle Situation in Europa hat der Konzern das Restrukturierungsprogramm deutlich ausgeweitet und die Zahl der ursprünglich 700 zum Abbau vorgesehenen Stellen auf 1.300 erhöht. Dies entspricht 12 Prozent des Mitarbeiterbestands im Konzern. Durch die Ausweitung des Programms strebt Klöckner & Co einen EBITDA-Beitrag von jetzt rund 90 Mio. Euro nach zuvor 70 Mio. Euro auf vergleichbarer Jahresbasis an. Die Umsetzung der Maßnahmen schreite planmäßig voran, auch wenn diese ihre volle Wirkung erst im Jahr 2013 entfalten werden. In Europa wurden nach Angaben des Konzerns seit Programmstart rund 520 der ursprünglich 700 und zuletzt auf 1.300 ausgeweiteten betroffenen Stellen abgebaut. Die Erweiterung des Mitarbeiterabbaus bezieht sich nach Aussage des Konzerns ausschließlich auf die Landesgesellschaften in Spanien, Frankreich und Osteuropa. Die Umsetzung werde zum Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. Zudem seien erste Schritte zur Schließung unrentabler Standorte und Geschäftsaktivitäten vollzogen worden. Besonders davon betroffen ist die Tochtergesellschaft in Spanien, aber auch beispielsweise das Großkundenträgergeschäft in Deutschland und den Niederlanden.

Für das dritte Quartal 2012 erwartet das Unternehmen aktuell aufgrund des schwierigen Marktumfelds sowie der saisonal üblichen Verlangsamung der Geschäftsaktivitäten über den Sommer ein EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen von 25 bis 35 Mio. EUR. Diese Entwicklung wird zum einen von einer vergleichsweise besseren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA begünstigt, zum anderen aber auch von einer gestärkten Marktposition nach der vollständigen Integration von Macsteel und den daraus entstehenden Verbundeffekten. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Klöckner & Co derzeit weiterhin eine Steigerung des Absatzes und Umsatzes gegenüber dem Vorjahr. Dabei soll die Steigerung trotz der Portfoliobereinigungen und der schwachen Marktentwicklung in Europa durch die im letzten Jahr durchgeführten Akquisitionen und das organische Wachstum in den USA erreicht werden.

Aufgrund der sich weiter zuspitzenden wirtschaftlichen Gesamtsituation in Europa und einer möglichen Abkühlung der Konjunktur in den USA hält Klöckner & Co ein Erreichen des operativen Vorjahresergebnisses (EBITDA) aus heutiger Sicht eher für unwahrscheinlich. Zuletzt hatte der Konzern erklärt, dass die angestrebte Verbesserung beim EBITDA nur erreichbar sei, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld in Europa im zweiten Halbjahr verbessert. Sollte dies nicht der Fall sein, hatte das Unternehmen ein EBITDA auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt.

DIe Aktie von Klöckner & Co notierte zuletzt bei 7,49 Euro. (08.08.2012/ac/n/d)


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