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Analysen - DAX 100
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17.10.2002
Escada neutral
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Aktie der Escada AG (WKN 569210) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.
Die Escada AG sei in der Herstellung und im Vertrieb von sportlich modischer Kleidung, Strick- und Textilwaren aller Art, Lederwaren, Taschen, modischen Accessoires sowie Parfum- und Pflegemitteln insbesondere unter der Markenbezeichnung "Escada" tätig.
In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe Escada das EBIT um 72% auf 19,8 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz sei dabei um 5,6% auf 571,6 Mio. Euro gesunken. Die Bestände seien um 25,6% auf 176,2 Mio. Euro abgebaut worden. Das Ergebnis nach Steuern habe bei 3,5 Mio. Euro gelegen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hätte man noch einen Fehlbetrag von 0,9 Mio. Euro ausweisen müssen. Für das Gesamtjahr habe der Konzern ein EBIT im deutlich zweistelligen Bereich, einen auf vergleichbarer Basis leicht unter dem Vorjahr liegenden Umsatz sowie ein positives Ergebnis nach Steuern in Aussicht gestellt. Im 2003 sollen dann weitere Ergebnisverbesserungen erzielt werden.
Im laufenden Jahr strebe Escada Kosteneinsparungen in Höhe von 35 Mio. Euro an. Davon seien Unternehmensangaben zufolge in den ersten drei Quartalen bereits 28,8 Mio. Euro realisiert worden.
Bis zum Jahre 2010 wolle Escada mit ihrem Kerngeschäft die Umsatzmarke von einer Mrd. Euro erreicht haben. Kurzfristig sei das Konjunkturumfeld allgemein und der Luxusgütermarkt im Besonderen weiterhin schwach. Langfristig rechne Escada aber mit einem jährlichen Wachstumspotenzial im prozentual zweistelligen Bereich, vorausgesetzt die Konjunktur und das Konsumentenverhalten normalisieren sich. Derzeit habe die Marke Escada ein Umsatzpotenzial von rund 500 Mio. Euro.
Escada wolle den Anteil an der Feraud GmbH weiter aufstocken. Dazu solle ein 45%-Paket erworben werden, das sich derzeit in den Händen der niederländischen Secon-Gruppe befinde. Durch die Übernahme würde sich der Escada-Anteil dann auf 90% belaufen. Außerdem solle der 90,1%ige Anteil an der Kemper-Gruppe aus dem Escada-Konzern ausgegliedert und in Feraud eingebracht werden. Feraud wolle man anschließend verkaufen, was sich dann für Escada als Mehrheitseigner einfacher gestalten sollte.
Im Zuge einer außerordentlichen HV sei die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien fast einstimmig beschlossen worden. Die Umwandlung sei per 16. Oktober 2002 im Verhältnis 1:1 erfolgt. Durch die Umwandlung verliere der amtierende Vorstandschef und stimmberechtigte Mehrheitsaktionär Wolfgang Ley seine Stellung als Mehrheitseigner von Escada. Die Zusammenlegung der Aktiengattungen solle eine höhere Gewichtung der Escada AG im MDAX bewirken, die Attraktivität der Aktie für ausländische Investoren steigern und die Liquidität der Aktie erhöhen.
Die Tochtergesellschaft Laurel solle verkauft werden. Bis 2003 wolle man sich von allen Aktivitäten trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.
Escada habe sich von seiner defizitären Parfum-Tochter Escada Beaute getrennt. Das Unternehmen sei vom Kosmetikkonzern Wella übernommen worden. Gleichzeitig habe Escada einen langfristigen Lizenzvertrag zur Vermarktung von Düften und Kosmetik mit Wella geschlossen. Die Markenrechte bleiben bei Escada, während Wella die Lizenz für Produktion, Vertrieb und Marketing erhalte. Mit der Trennung von der Parfum-Tochter bestätige Escada seine Strategie, sich auf das Kerngeschäft Luxus-Damenmode zu konzentrieren und aus der Verlustzone herauszukommen.
Die Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien sollte eine höhere Aufmerksamkeit beim internationalen Anlegerpublikum erwirken. Die zuletzt veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen haben im Rahmen der Erwartungen gelegen. Das Kostensenkungsprogramm zeige erste Erfolge. Allerdings leide der Titel auch weiterhin unter der schleppenden Konjunktur.
Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln behält sein Votum "Marketperformer" für die Aktien von Escada bei.
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