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Analysen - DAX 100
22.10.2002
K+S neutral
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktie von K+S (WKN 716200) mit "neutral" ein.

Das im MDAX gelistete Unternehmen zähle weltweit zu den führenden Herstellern von Kali- und Magnesiumprodukten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen. Mit dem wachstumsstarken Segment COMPO sei K+S in Europa der größte Markenartikelanbieter von Haus- und Gartendünger. In dem ebenfalls noch jungen Geschäftfeld fertiva übernehme die Gruppe das Marketing und den weltweiten Vertrieb für die von BASF produzierten Felddünger. Durch das mit Solvay gegründete Joint Venture esco (K+S-Anteil: 62%) sei man zum zweitgrößten Salzproduzenten in Europa aufgestiegen. Zu der Verbundstruktur würden zudem die margenstarken Bereiche Entsorgung sowie Dienstleistungen und Handel gehören.

Das Unternehmen habe kürzlich eine erste Indikation für die Geschäftszahlen des dritten Quartals bekannt gegeben. Demnach sei der Umsatz um ca. 2% gegenüber dem Vorjahr auf rund 474 Mio. EUR gefallen und sei leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück geblieben. Der Rückgang sei vor allem auf partielle Preisrückgänge sowie auf Anlaufschwierigkeiten einer Produktionsanlage zurückzuführen gewesen. Insbesondere der Bereich Fertiva dürfte hiervon betroffen gewesen sein. Hingegen habe das operative Ergebnis (EBIT) in Vorjahreshöhe von ca. 18 Mio. EUR positiv überrascht. Der leichte Margenanstieg auf etwa 3,9% (Q3 2001: 3,8%) sollte insbesondere auf die gestiegene Profitabilität im Bereich Compo zurückzuführen sein. Ausschlaggebend seien Synergien aus der Akquisition der Algoflash-Gruppe sowie wegfallende Integrationskosten des Vorjahres. Aufgrund eines Abschreibungsbedarfs auf Finanzanlagen in Höhe von rund 10 bis 15 Mio. EUR werde das Konzernergebnis dennoch den Quartalsgewinn des Vorjahres deutlich verfehlen.

Der Ausblick des Vorstands auf den Rest des Geschäftsjahr habe im Rahmen der Erwartungen gelegen. Die angekündigten Akquisitionsbestrebungen seien zu begrüßen. So würde durch die Expansion in ein möglicherweise neues Geschäftsfeld die Diversifikation außerhalb des geringmargigen Agrargeschäfts fortgesetzt und die Profitabilität gesteigert werden. Dank einer soliden Finanzstruktur bestehe hierfür ein Spielraum von rund 500 Mio. EUR. Hingegen könnten sich die geplanten Steueränderungen in Deutschland belastend auf die Kursentwicklung auswirken.

So würden die Regierungspläne die vollständige Nutzung der vorhandenen Verlustvorträge, die unter anderem aus dem Zusammenschluss mit der Mitteldeutschen Kali AG in 1993 übernommen worden seien, in Frage stellen. Auch eine Anhebung des ermäßigten Ökosteuersatzes hätte negative Auswirkungen auf die Ertragssituation des energieintensiven Unternehmens (Energiekosten 2002e: ca. 120 Mio. EUR). Angesichts einer im Peer Group-Vergleich fairen Bewertung sowie der hohen Dividendenrendite erscheine das derzeitige Kursniveau aus heutiger Sicht jedoch gut abgesichert.

Per Saldo empfehlen die Analysten von Helaba Trust daher weiterhin eine neutrale Gewichtung der K+S-Aktie.



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