|
Analysen - Ausland
|
22.10.2002
Nestlé untergewichten
Helaba Trust
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktie von Nestlé (WKN 887208) von "neutral" auf "untergewichten" runter.
Der weltweit größte Nahrungsmittelhersteller Nestlé sei mit 509 Produktionsstätten in 77 Ländern vertreten. Die Produktpalette des seit 1977 börsengehandelten Schweizer Konzerns umfasse Markenartikel in den Sparten Getränke (Umsatzanteil 2001: 28%), wie etwa Kaffee (z.B. Nescafe, Dallmayer Prodomo), Tee (Nestea) oder Mineralwasser (Vittel, Contrex, Perrier), Milch- und Diätprodukte (27%), Schokolade und Süßwaren (13%), Fertiggerichte (25%), Produkte für die Küche sowie Pharmazeutika (Augenpflege) (6%). Daneben halte das Unternehmen indirekt 24% der Aktien von L’Oreal. Annähernd 100% des Aktienkapitals befänden sich in Streubesitz.
Der ausgewiesene Konzernumsatz habe sich im ersten Halbjahr um 7,2% auf 44,2 Mrd. CHF (Schweizer Franken) erhöht. Insbesondere Preissteigerungen von 1,2% hätten zu einem organischen Wachstum von 4,7% beigetragen. Das Betriebsergebnis sei mit 3,7% aufgrund erhöhter Goodwillabschreibungen unterproportional auf 4,5 Mrd. CHF gestiegen. Die operative Marge habe sich von 10,5% im Vorjahr auf 10,1% reduziert. Außerordentliche Erträge in Höhe von 2,6 Mrd. CHF (Börsengang von Alcon) hätten zu einem um 57% auf 6,7 Mrd. CHF verbesserten Vorsteuergewinn geführt. Bereinigt um den Sondereffekt habe sich das Vorsteuerergebnis wegen gestiegener Finanzierungskosten um 0,4% auf gut 4 Mrd. CHF reduziert. Der Halbjahresüberschuss sei um 79% auf 5,7 Mrd. CHF geklettert.
Angesichts des kühlen Verbrauchervertrauens in Europa und der wackeligen amerikanischen Konsumentenstimmung sollten insbesondere die Bereiche Heimtierfutter und Speiseeis einer deutlichen Dynamisierung des internen Erlöswachstums entgegenstehen. Des weiteren sorge der an Schärfe gewinnende Wettbewerb auf dem US-Mineralwassermarkt für Margendruck. Neben der durch die Übernahme der Schöller-Holding-Gruppe (Eiskrem, Tiefkühllieferservice) weiter zunehmenden Vertriebskostenquote dürften sich auch die steigenden Notierungen wichtiger Rohstoffpreise (unter anderem Kakao, Kaffe) dämpfend in der Erlösdynamik niederschlagen.
Die Analysten von Helaba Trust empfehlen daher, die Nestlé-Aktie unterzugewichten.
|