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Analysen - DAX 100
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31.07.2012
Siemens-Aktie: Trigger für eine Höherbewertung fehlen
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Oskar Schenker, stuft die Aktie von Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) unverändert mit "neutral" ein.
Siemens habe am 26. Juli 2012 einen für das dritte Quartal im Jahresvergleich deutlich tieferen Bestellungseingang (-23% ggü. VJ), teils begründet durch den großen deutschen Bahnauftrag von EUR 3,7 Mrd. des Vorjahres vermeldet. Der Umsatz sei gegenüber der Vorjahresperiode um 10% auf EUR 19,5 Mrd. gestiegen. Fünf Prozentpunkte davon seien auf Währungsumrechnungseffekte zurückzuführen. Das operative Ergebnis der Sektoren sei mit EUR 1,8 Mrd. oder einer EBIT-Marge von 9,4% ansprechend gewesen, lasse sich aber aufgrund von Einmaleffekten im Vorjahr (Gerichtsentscheid Areva und Partikeltherapie-Geschäft) kaum vergleichen. Ertragssteuern von 33% und ein Verlust nach Steuern von EUR 379 Mio. wegen Veränderung des Konsolidierungskreises "OSRAM" hätten letztendlich zu einem unbefriedigenden Reingewinn von EUR 850 Mio. geführt, entsprechend einer Marge von 4,4%.
Im Ausblick für das Gesamtjahr erachte das Management die nach dem zweiten Quartal definierte Bandbreite von EUR 5,2 bis 5,4 Mrd. für den operativen Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten als ehrgeizig. Die Zielsetzung datiere vom April 2012; sie sei bereits damals von EUR 6 Mrd. nach unten angepasst worden. Die vorsichtigere Haltung sei wesentlich auf das tiefer erwartete Geschäftsvolumen Industry zurückzuführen, welches mehrheitlich als kurz-zyklisch einzustufen sei. Tiefere Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft seien der Auslöser.
Das Siemens Management setze bei OSRAM nun klar auf einen Spin-off, nachdem ein Börsengang im aktuell schwierigen Umfeld, dem die Kapitalmärkte ausgesetzt seien, kaum durchführbar sei. Dieses Vorgehen habe zur Folge gehabt, dass OSRAM als buchhalterisch nicht fortgeführte Aktivität zu Ende des dritten Quartals habe wieder rückintegriert werden müssen. Der Re-Klassifizierungsaufwand sei dem Quartal mit EUR 443 Mio. vor Steuern belastet worden. OSRAM sei somit neu im Sektor Infrastructure & Cities integriert. Das Geschäft sei in den letzten Quartalen reorganisiert und die Kapazitäten der Nachfrage angepasst worden. Der Umsatzanstieg im 3Q habe 12% betragen und der Geschäftsbereich einen substantiellen operativen Cashflow von rund EUR 100 Mio. geliefert.
Der Heimmarkt Europa habe Siemens im dritten Quartal Grenzen gesetzt. Nicht nur der Bestellungseingang sondern auch die Margen seien gedrückt geblieben, während die Umsatzentwicklung dank Währungseinflüssen befriedigend verlaufen sei. Das immer größer werdende Problem "Staatsverschuldung" setze dem Bestellungsvolumen öffentlicher sowie auch privater Institutionen Grenzen. Wachstumsländer seien durch die Abhängigkeit vom Konsum genauso betroffen.
Unsicherheiten ergäben sich aus der offen formulierten Zielsetzung eines operativen Gewinns von EUR 5,2 bis 5,4 Mrd. für das laufende Geschäftsjahr, welche eine spätere und zweite Reduktion des operativen Ergebnisses nicht ausschließe. Obwohl die Bewertung auf Basis Kurs-/Gewinn und Unternehmenswert/EBITDA vergleichsweise tief sei, würden Impulse für eine positive Bewertungskorrektur fehlen.
Die Analysten von Sarasin Research halten an ihrer "neutral"-Einstufung der Siemens Aktie fest. (Analyse vom 30.07.2012) (31.07.2012/ac/a/d)
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