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News - DAX 100
27.07.2012
RHÖN-KLINIKUM-Aktie: Gewinnwarnung veröffentlicht
aktiencheck.de

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Bad Neustadt/Saale (www.aktiencheck.de) - Bei der RHÖN-KLINIKUM AG (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) sind zuletzt verschiedene Belastungen aufgetreten, die in ihrer Summe eine Anpassung der Prognose für das laufende Jahr erforderlich machen.

Wie der Klinikbetreiber am Freitag mitteilte, handelt es sich im Wesentlichen um drei Entwicklungen: Erstens hat sich die Restrukturierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) in den vergangenen Monaten beträchtlich verzögert. Auf Jahressicht ist damit zu rechnen, dass das operative Ergebnis des UKGM voraussichtlich in einer Größenordnung von rund 20 Mio. Euro belastet sein wird. Zweitens wurden im Krankenhaussektor in der jüngeren Vergangenheit relativ hohe Tarifabschlüsse realisiert. In Verbindung mit dem durch Erlösabschläge auf Volumensteigerungen erzeugten anhaltenden Preisverfall belastet diese Entwicklung die operative Marge in zweifacher Hinsicht. Drittens haben die Ankündigung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots des Gesundheitskonzerns Fresenius SE & Co. KGaA (ISIN DE0005785604/ WKN 578560) und die seither eingetretenen Veränderungen im Aktionärskreis für Verunsicherung innerhalb der Unternehmensorganisation gesorgt. Managementkapazitäten wurden in erheblichem Umfang gebunden, operative Weichenstellungen verzögert. Dies wirkte sich negativ auf die operative Geschäftsentwicklung des gesamten Konzerns aus.

Auf aktuellem Erkenntnisstand wird sich der Konzerngewinn des ersten Halbjahres bei rund 50 Mio. Euro einstellen, hieß es weiter.

Unabhängig davon zeichnet sich aufgrund regulatorischer Veränderungen wie dem jüngst verabschiedeten anteiligen Tarifausgleich für das zweite Halbjahr eine positive Perspektive für die Ertragssituation ab. Entsprechend der üblichen Saisonalität der krankenhausindividuellen Budgetverhandlungen sind im zweiten Halbjahr zudem Nachholeffekte aus den Verhandlungen zu den Mehrleistungsbudgets und -abschlägen möglich. Unter Berücksichtigung dieser positiven Einflüsse geht die Gesellschaft derzeit davon aus, dass die oben dargestellten nachteiligen Entwicklungen auf das Gesamtjahresergebnis des RHÖN-KLINIKUM-Konzerns in einer Größenordnung von netto 25 bis 30 Mio. Euro durchschlagen werden. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass möglicherweise noch nicht alle finanziellen Folgen des Übernahmeangebots von Fresenius absehbar sind.

Entsprechend passt RHÖN-KLINIKUM ihren Ausblick für das Geschäftsjahr 2012 wie folgt an: Unter Einbeziehung der Ende April erstmals konsolidierten Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden (HSK) erwartet man für das Geschäftsjahr 2012 nunmehr Umsatzerlöse in Höhe von 2,85 Mrd. Euro mit einer Schwankungsbreite von 2,5 Prozent. Dieses Umsatzziel geht einher mit einer Prognose für das EBITDA von 315 Mio. Euro und für den Konzerngewinn von 117 Mio. Euro, jeweils mit einer Varianz von +/- 5 Prozent.

Die Aktie von RHÖN-KLINIKUM gewann gestern 0,99 Prozent auf 17,86 Euro. (27.07.2012/ac/n/d)


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