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Analysen - Marktberichte
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20.07.2012
Aktien: Wette auf die Geldpolitik
Helaba
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Aktien konnten zuletzt sichtbar zulegen, so die Analysten der Helaba.
Während von internationalen Organisationen vermehrt das Risiko einer globalen Rezession diskutiert werde, hätten sich die Marktteilnehmer zuletzt für eine mittelfristige Überwindung der gegenwärtigen Wachstumsschwäche positioniert - und dies, obwohl die Konjunkturdaten weiter mehrheitlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Die implizite Aktienmarktvolatilität - ein wichtiges Barometer für die Nervosität der Aktienanleger - sei mittlerweile wieder auf den Stand vom Frühjahr gesunken. Offensichtlich würden die Investoren darauf setzen, dass die Wirtschaftsdaten schwach genug ausfallen würden, um die Notenbanken - allen voran die FED und die People’s Bank of China - zu weiteren expansiven Maßnahmen zu bewegen.
Allerdings dürfe die Wachstumsabschwächung nicht so stark ausgeprägt sein, dass die mittelfristigen Gewinnerwartungen nochmals deutlicher korrigiert werden müssten. Nach den Revisionen der vergangenen Monate scheine hier nämlich inzwischen ein realistisches Niveau erreicht zu sein. Immerhin habe nach einem eher schwachen Start in die Berichtsaison zuletzt die Mehrzahl der Unternehmen die Gewinnschätzungen übertreffen können. Von den S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0)-Unternehmen hätten bislang rund 22% ihr Zahlenwerk vorgelegt. Rund 67% hätten dabei positiv überraschen können. Dies sei mehr als zu Beginn der Berichtssaison und entspreche in etwa dem langfristigen Durchschnitt seit dem Jahr 2000.
In der Berichtswoche würden neben zahlreichen US-Firmen auch deutsche und europäische Unternehmen Zwischenergebnisse vorlegen. Ähnlich wie in den USA sollten die Abwärtsrevisionen im Vorfeld die Erwartungen auf ein realistisches Niveau gedrückt haben. Größere Enttäuschungen dürften daher ausbleiben. Ob dies alleine kurzfristig für einen weiteren deutlichen Kursanstieg ausreiche, sei fraglich. Immerhin hätten hiesige Dividendentitel bereits von den Zahlen ihrer US-Pendants profitiert. Daher werde es nun umso mehr darauf ankommen, dass sich bei den Frühindikatoren allmählich eine Bodenbildung abzeichne.
Damit richte sich das Augenmerk auch auf die anstehenden Einkaufsmanagerindices aus Deutschland und der Eurozone sowie den ifo-Geschäftsklimaindex. Selbst wenn man berücksichtige, dass Aktien einen zeitlichen Vorlauf vor der Konjunkturentwicklung hätten, sei es allmählich Zeit für eine Bestätigung durch die Frühindikatoren. Immerhin hätten sich viele Anleger bereits wieder relativ weit aus der Deckung gewagt. (20.07.2012/ac/a/m)
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