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Analysen - DAX 100
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02.07.2012
RHÖN-KLINIKUM-Aktie: RHÖNs Übernahme geplatzt
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Theresa Dick, Analystin vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) weiterhin mit "halten" ein.
Wie Fresenius (ISIN DE0005785604/ WKN 578560) am Freitagabend bekannt gegeben habe, sei die Übernahme von RHÖN-KLINIKUM durch Fresenius an der hohen Mindestannahmeschwelle von 90% + 1 Aktie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gescheitert. Fresenius habe lediglich 84,3% des Grundkapitals einsammeln können, 5,7% zu wenig, um Helios (Fresenius Tochterunternehmen) und RHÖN-KLINIKUM zusammenzuführen. Die 90% Hürde habe Fresenius zur Übernahmebedingung gemacht, da RHÖNs Satzung vorsehe, dass 90% des Kapitals in Grundsatzfragen, wie beispielsweise einem Gewinnabführungsvertrag zustimmen müssten. Für das Scheitern der Übernahme sei RHÖNs Mitbewerber Asklepios verantwortlich, der sich 5,01% des Kapitals vor Fristablauf gesichert habe, um den Deal zu blockieren.
Fresenius habe angekündigt, nach Erlöschen des Angebots alle Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. Möglich wäre, dass Fresenius aus den angedienten Aktien bis zu 30% des Gesamtkapitals zum Angebotspreis von 22,50 EUR je Aktie erwerbe. Nach Ablauf einer 12-monatigen Frist könnte Fresenius ein zweites Übernahmeangebot lancieren. Möglich wäre zudem, dass Fresenius kein Pflichtangebot einreiche und sich innerhalb der nächsten zwölf Monate bis zu 30% von RHÖN-KLINIKUM über den Markt sichere.
In jedem Fall müsse Fresenius nach Erlöschen des Übernahmeangebots alle angedienten Aktien spätestens innerhalb von vier Arbeitstagen (bis Donnerstag, 5. Juli) an die Investoren zurückführen.
Es sei damit zu rechnen, dass die gescheiterte Übernahme RHÖN-KLINIKUM deutlich belaste. Restrukturierungsvorhaben und das Tagesgeschäft seien hinten angestellt worden, zudem habe sich unter Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Patienten Verunsicherung ausgebreitet. Die Analysten hätten daher ihre Schätzungen auf Ertragsebene für FY 2012 angepasst (höhere Personal-, und Materialaufwendungen, sowie außerordentliche Beratungskosten für die Akquisition), und würden davon ausgehen, dass sich die Restrukturierungsmaßnahmen aufschieben würden.
Ihr Kursziel würden die Analysten nach wie vor anhand ihres DCF-Modells und Cash Flow Yield-Modells ermitteln. In letzterem würden sie sich nun jedoch auf das für 2013e ermittelte Kursziel beziehen, da die Unsicherheiten über den weiteren Übernahmeverlauf die Visibilität deutlich verringern würden.
Mit einem neuen Kursziel von 17,00 EUR (alt: 22,50 EUR) empfehlen die Analysten vom Bankhaus Lampe die RHÖN-KLINIKUM-Aktie auf dem aktuellen Niveau zu halten. (Analyse vom 02.07.2012) (02.07.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen halten an dem analysierten Unternehmen eine Beteiligung in Höhe von mindestens 1 Prozent des Grundkapitals.
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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