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Analysen - DAX 100
02.07.2012
Linde-Aktie: Linde übernimmt Lincare
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Heiko Feber, stuft die Aktie von Linde (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) weiterhin mit "kaufen" ein.

Die in der vergangenen Woche aufgekommenen Gerüchte, dass Linde Interesse an einer Übernahme von Lincare (ISIN US5327911005/ WKN 885352) (USA) habe, seien bestätigt worden. Linde wolle Lincare für 41,50 USD je Aktie (Marktkapitalisierung: 3,8 Mrd. USD) erwerben. Dieser Preis liege 22% über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag und 64% über dem Schlusskurs vom 26. Juni, dem Tag bevor die Übernahmegerüchte aufgekommen seien. Einschließlich Schulden von 0,8 Mrd. USD ergebe sich für Lincare ein Enterprise Value von etwa 4,6 Mrd. USD.

Linde rechne damit, die Übernahme im Laufe des 3. Quartals abschließen zu können. Die Übernahme solle mit einem Akquisitionskredit von 4,5 Mrd. USD sowie aus laufenden Mitteln finanziert werden. Den Übernahmekredit wolle Linde später durch Fremdkapital und Eigenkapitalmaßnahmen (1,5 Mrd. EUR) refinanzieren.

Die Analysten würden in der Übernahme einen guten Schritt sehen, um Zugang zu dem wachsenden US-amerikanischen Homecare-Markt zu erhalten. Dort sei Lincare bei Sauerstoffbehandlungen (etwa die Hälfte des Konzernumsatzes von 1,848 Mrd. USD in 2011) mit einem Umsatz-Marktanteil von ca. 28% (2011) laut einer Präsentation des Unternehmens der Marktführer. Auf den Rängen würden Apria Healthcare (18%), Rotech Healthcare (7%) und American Homepatient (4%) folgen. Für den US-Markt für medizinische Gase werde bis 2020 ein 50%iges Wachstum auf 16 Mrd. EUR (20 Mrd. USD) angenommen.

Der Übernahmepreis sei höher als erwartet. Auf der Basis der Konsensschätzungen für 2012 (Bloomberg), werde Lincare mit einem EV/Umsatz von 2,3x und einem EV/EBITDA von 9,3x bewertet. Für das kontinentaleuropäische Homecare-Geschäft von Air Products habe Linde ein EV/Umsatz von 2,8x und ein EV/EBITDA von 9,4x (BHLe) gezahlt. Angesichts einer EBITDA-Marge von ca. 30% bei dem Air Products Aktivitäten (BHLe) und 24,3% bei Lincare (Bloomberg) sei der Preis relativ hoch. Linde selbst werde auf Basis der Schätzungen der Analysten mit einem EV-Umsatz von 1,9x bzw. einem EV/EBITDA von 8,1x bewertet.

Unter der Annahme, dass Linde die Übernahme wie oben skizziert finanziere, würde sich das geschätzte Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA in 2013 auf 1,7x (aktuelle Schätzung 1,3x) erhöhen. Bei angenommenen Fremdkapitalkosten von 5%, einer 39%igen Steuerquote (Lincare) und einem USD-Wechselkurs von 1,25 könnte die Übernahme Lindes Nettogewinn in 2013 um etwa 6,6% erhöhen. Sollte Linde neue Aktien im Wert von 1,5 Mrd. EUR zu etwa 110 EUR je Aktie emittieren, würde sich lediglich eine leichte EPS-Verwässerung von 1,3% ergeben. Einschließlich Synergien, sollte die Übernahme den Gewinn je Aktie erhöhen.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Linde-Aktie. Das Kursziel sehe man unverändert bei 160 EUR. (Analyse vom 02.07.2012) (02.07.2012/ac/a/d)

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