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Analysen - DAX 100
28.06.2012
Linde-Aktie: Steht Linde vor Übernahme von Lincare?
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Heiko Feber, stuft die Linde-Aktie (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) unverändert mit "kaufen" ein.

Einem Pressebericht (FT alphaville) zufolge wolle Linde den US-amerikanischen Wettbewerber Lincare (ISIN US5327911005/ WKN 885352) übernehmen. Lincare sei ein Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Atemwegserkrankungen (z.B. Sauerstofftherapie, Infusionstherapie, medizinische Geräte), die beim Patienten zu Hause zur Anwendung kämen. Dem Bericht zufolge wäre Linde bereit, für Lincare mindestens 40 USD je Aktie oder 3,4 Mrd. USD zu zahlen.

Zuzüglich der im Konsens für 2012 erwarteten Nettoverschuldung von 640 Mio. USD (Quelle: Bloomberg) errechne sich daraus ein Enterprise Value (EV) von knapp über 4 Mrd. USD. Unter Berücksichtigung der Konsensschätzungen für Umsatz und EBITDA in 2012 würden sich daraus ein EV/Umsatz-Multiple von 2,0x und ein EV/EBITDAMultiple von 8,2x errechnen. Entsprechend der Unternehmenspolitik habe Linde dieses Marktgerücht nicht kommentiert.

Da Linde den Healthcare-Sektor (Medizinische Gase sowie Services und Beratung) als ein Wachstumssegment auserkoren habe, würde eine Übernahme von Lincare strategischen Sinn ergeben. Lincare sei hier im Homecare-Bereich tätig, also in einem Bereich, der davon profitiere, dass es auf reiferen Märkten eine Verschiebung von der Langzeitversorgung in Krankenhäusern (Hospital Care) hin zu einer Behandlung außerhalb der Kliniken gebe. Mit einer Übernahme würde Linde unmittelbar eine starke Marktstellung bei Healthcare in den USA gewinnen und das eigene Segment (Umsatz 2011: 1,189 Mrd. EUR, davon 889 Mio. EUR Hospital Care und 300 Mio. EUR Home Care) deutlich ausbauen.

Dass Linde insbesondere den Home Care Bereich als attraktiv ansehe, sei zuletzt mit der Übernahme des kontinentaleuropäischen Home Care Geschäfts von Air Products (EV - 590 Mio. EUR; EV/Umsatz - 2,8x, EV/EBITDA - 9,4x [BHLe]) untermauert worden. Vor dem Hintergrund der gezahlten Multiples scheine der kolportierte Übernahmepreis für Lincare nicht überteuert. Allerdings dürfte Linde angesichts einer schlechteren Positionierung in den USA relativ zu Europa, bei Lincare auch geringere Synergien erzielen könnten. Zudem sei die EBITDA-Marge bei Lincare (d.h. 24%) niedriger als die des Air Products Bereichs (BHLe: 30%).

Da es sich bei der Lincare-Übernahme lediglich um ein Gerücht handle, würden die Analysten keinen Anpassungsbedarf bei ihren Schätzungen sehen. Eine Übernahme würde ihres Erachtens strategisch sinnvoll sein und im Falle des im Bericht genannten Kaufpreises auch nicht zu teuer. Angesichts Lindes solider Finanzposition, wäre auch die Finanzierung der Übernahme unproblematisch.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Linde-Aktie. Das Kursziel werde bei 160 EUR belassen. (Analyse vom 28.06.2012) (28.06.2012/ac/a/d)

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