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27.06.2012
Rheinmetall-Aktie: Bundeswehr bestellt laut Medienbericht weniger Puma-Kampfpanzer
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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Die Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann und die Rheinmetall AG (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) haben einem Medienbericht zufolge bei ihrem Gemeinschaftsprojekt, dem Schützenpanzer Puma, mit technischen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen.
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) hat das Verteidigungsministerium beim neuen Schützenpanzer Puma wegen der Risiken das Rücktrittsrecht von Ende 2012 auf Ende September 2013 verlängert. Dieses gilt für den Fall einer nicht erfolgreichen Endabnahme der Vorserienmodelle. Negativ wirke sich auch die Verkleinerung der Bundeswehr aus: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat laut dem Bericht mit dem Konsortium eine Kürzung der Bestellung von 405 auf 350 Panzer ausgehandelt. Dadurch sinken die Kosten des Rüstungsprojekts für den Bund um 340 Mio. Euro auf knapp unter 4 Mrd. Euro.
Zudem gehen Experten offenbar von schlechten Exportchancen für den Puma aus. Bislang hätten sich noch "keine ernsthaften Perspektiven für eine internationale Vermarktung des Waffensystems eröffnet", heißt es in Unterlagen des Finanz- und Verteidigungsministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestags, die der "FTD" vorliegen. Für die Industrie haben die getrübten Exportaussichten jedoch auch einen positiven Nebeneffekt, denn die Puma-Hersteller müssen jetzt 10 Mio. Euro weniger Entwicklungskosten zurückzahlen. Da der Bund in der Anfangsphase Geld zuschießt und den Firmen damit Geschäftsaussichten im Ausland eröffnet, erstatten diese später einen Teil der staatlichen Investitionen.
Bisherige Tests mit dem Vorserienpanzer hätten "hervorragende Trefferergebnisse" geliefert, heißt es nach Angaben der "FTD" in dem Bericht. Verwiesen wird aber auf zeitliche Risiken beim Laufwerk, 300 bis 400 Kilo zu viel Gewicht und Schwierigkeiten an der Hydraulik, Brandprobleme bei der Panzerung und der Zuverlässigkeit der Elektronik. Hier hätten sich Probleme noch "verschärft", hieß es.
Die Gemeinschaftsfirma PSM Projekt System & Management hatte 2009 den Auftrag erhalten, der seither mehrfach angepasst wurde. Der Puma ist das erste laufende Rüstungsprojekt, bei dem sich Verteidigungsministerium und Industrie nun auch auf Vertragsänderungen infolge der Bundeswehrreform geeinigt haben. De Maizière will angesichts des massiven Spardrucks auf den Wehretat bei laufenden Beschaffungsvorhaben kürzen, um Spielräume für Investitionen in neue Rüstungsprojekte zu gewinnen, hieß es.
Die Aktie von Rheinmetall notiert derzeit mit einem Minus von 0,07 Prozent bei 36,33 Euro. (27.06.2012/ac/n/d)
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