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Analysen - Nebenwerte
26.06.2012
Air Berlin-Aktie: Profitabilität leidet noch immer unter dem Wachstumskurs
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, nimmt die Coverage für die Aktie von Air Berlin (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) mit dem Rating "verkaufen" auf.

Air Berlin, die zweitgrößte deutsche und die sechstgrößte europäische Fluggesellschaft, suche nach Jahren des Wachstums den Weg in die Profitabilität. Folgende Problembereiche würden dabei das Unternehmen belasten: Die Übernahmen hätten zwar Wachstum ermöglicht, aber die Kostenstruktur verschlechtert. Die Gesellschaft sei bis dato nicht in der Lage gewesen, Kostensteigerungen an den Kunden weiterzugeben. Der Anteil der Langstrecken sei zu niedrig (15% der RPK); hierfür fehle auch das entsprechende Fluggerät. Der unbefriedigende operative Track-record habe bis dato eine Höherbewertung der Aktie verhindert. Seit 2007 seien jeweils EBIT-Margen von weniger als 1% erwirtschaftet worden, in den letzten beiden Jahren seien Verluste geschrieben worden. 2011 sei dieser mit -272 Mio. Euro Konzernverlust deutlich ausgefallen.

Mit dem neuen CEO Hartmut Mehdorn werde Air Berlin klar auf Profitabilität getrimmt: Unrentable Strecken würden gestrichen, Prozesse würden auf den Prüfstand gestellt und das Effizienzprogramm Shape + Size solle signifikante Ergebnisverbesserungen ermöglichen. Das Wachstum solle vorrangig durch Partnerschaften entstehen: durch den Beitritt in das oneworld Bündnis und durch die Kooperation mit Etihad Airways, die sich zudem über eine Kapitalerhöhung an Air Berlin beteiligt hätten.

Dennoch, aus Sicht der Analysten würden die Maßnahmen nicht ausreichen, um die Profitabiltät - wie angestrebt - bereits 2013 zu erreichen. Sie würden mit einer leichteren Verbesserung der Yields rechnen, für weitere Kostensenkungen werde der Spielraum aber kleiner, sodass sie erst für 2014 ein positives EBIT erwarten würden.

Air Berlin bewege sich in einem herausfordernden Marktumfeld, gekennzeichnet durch eine schwächelnde Nachfrage im Heimatmarkt Europa bei gleichzeitig hohen Kostenbelastungen durch den zwar aktuell sinkenden, aber im Jahresmittel immer noch hohen Ölpreis. Diese Faktoren würden dazu führen, dass nur die am Besten aufgestellten europäischen Airlines 2012 profitabel sein sollten. Air Berlin sollte dies nicht gelingen.

Die Coverage für die Air Berlin-Aktie nehmen die Analysten vom Bankhaus Lampe mit "verkaufen" auf. Ihr Kursziel von 1,40 Euro resultiere aus ihrem DCF-Modell (Fair Value 1,10 Euro) und ihrem Peer-Group-Modell (Fair Value 1,75 Euro). (Analyse vom 25.06.2012) (26.06.2012/ac/a/nw)



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