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Analysen - Ausland
05.06.2012
Swiss Re-Aktie: Verlustbringer wird verkauft
Frankfurter Tagesdienst

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Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" nehmen die Swiss Re-Aktie (ISIN CH0126881561/ WKN A1H81M) auf die Watchlist.

Das Unternehmen verkaufe für 600 Mio. USD seine US-Tochter Realic samt ihrem Versicherungsportfolio an Jackson National Life. Der US-Versicherer sei eine Tochter des größten britischen Versicherungskonzerns Prudential (ISIN GB0007099541/ WKN 852069) und möchte sich durch die Übernahme breiter aufstellen.

Im Rahmen dieser Transaktion vereinnahme Swiss Re noch eine Dividendenzahlung in Höhe von 300 Mio. USD von Realic, womit insgesamt 900 Mio. USD Kapital freigesetzt würden, die man in Zukunft profitabler verwenden möchte.

Dem Schweizer Rückversicherer entstehe durch den Verkauf voraussichtlich ein Buchverlust in Höhe von 900 Mio. USD. Dieser werde im zweiten Quartal verzeichnet. Vorstandschef Michel erkläre den Verkauf mit der hohen Kapitalbindung des US-Geschäfts von Admin Re. "Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir das Kapital in anderen Bereichen der Swiss Re-Gruppe einsetzen möchten", habe man offiziell verlautbart.

Realic sei ein Teil der Swiss-Re-Sparte Admin Re. Diese fokussiere sich auf die Verwaltung von auslaufenden Lebens-und Krankenversicherungen. Erstversicherer würden diese Alt-Policen an Unternehmen wie Admin Re verkaufen, um selber Kapital freizusetzen. Admin Re hoffe im Gegenzug darauf, die Policen mit möglichst wenig Kosten abzuwickeln. Falls dies gelinge, könne die Swiss-Re-Tochtergesellschaft mit diesem kapitalintensiven Geschäft gutes Geld verdienen.

In den USA sei dies zuletzt nicht mehr der Fall gewesen. Deswegen möchte sich Admin Re in Zukunft auf das profitablere europäische Geschäft konzentrieren. Darüber hinaus erwarte der Vorstand, dass in den kommenden Jahren auch andere Versicherer solche Portfolios zum Verkauf anbieten wollten, zumal ab dem Jahr 2014 zur Verschärfung der regulatorischen Bedingungen in der Versicherungswirtschaft durch die Einführung von "Solvency II" komme.

Im Zuge der letzten Börsenturbulenzen habe sich der Titel von Swiss Re sehr gut gehalten. Mit einem 2013er KGV von unter 8 und einer Dividendenrendite von über 6% sei er fundamental günstig bewertet. Charttechnisch gesehen sei der seit Herbst 2011 bestehende Aufwärtstrend im Mai gebrochen worden. Der Kurs habe sich vom 52-Wochen-Hoch bei 59,80 CHF zuletzt sichtbar entfernt. Der Ansatz für eine Bodenbildung sei bei der moderaten Abwärtsbewegung noch nicht entstanden.

Insofern drängt sich ein Einstieg derzeit nicht auf, weshalb die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" der Aktie von Swiss Re vorerst nur einen Platz auf der Watchlist reservieren können. (Ausgabe 84 vom 04.06.2012) (05.06.2012/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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