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Analysen - TecDAX
05.06.2012
freenet-Aktie: hohe FCF-Rendite vs. mittelfristige Risiken
Warburg Research

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von freenet (ISIN DE000A0Z2ZZ5/ WKN A0Z2ZZ) weiterhin mit dem Votum "halten" ein.

In den letzten drei Jahren habe freenet einen beeindruckenden Turnaround vollziehen können. Die Kostenbasis sei deutlich reduziert und die Qualität des Kundenportfolios durch eine Abschmelzungsstrategie des vertragslaufzeitbasierten Kundenbestands verbessert worden. Als Folge der Abschmelzungsstrategie seien die von freenet direkt steuerbaren Kunden (Vertragskunden und SIM-Karten, die dem no-frills Segment zuzurechnen seien = "customer ownership") vergleichsweise gering von 8,82 Mio. (Q4/08) auf 8,15 Mio. (Q1/12) zurückgegangen. Jedoch habe sich in dem betrachteten Zeitraum der Kundenmix stark verändert. Die klassischen Vertragskunden seien von 7,61 Mio. um 25% auf 5,69 Mio. (ARPU: ca. EUR 23,50) gefallen und die qualitativ schlechteren no-frills-Kunden von 1,21 Mio. um 103% auf 2,46 Mio. (ARPU: ca. EUR 3,90) gestiegen.

Durch die Kombination aus Restrukturierung und Bereinigung des Kundenbestands habe der FCF vor Zinszahlungen bei EUR 241 Mio. in 2011 stabilisiert werden können. Nach Zinszahlungen habe der FCF bei EUR 206 Mio. bzw. EUR 1,60 pro Aktie gelegen. Bei einer Erwartung einer FCF-Rendite von 10% sowie der Annahme der langfristigen Stabilität des FCF würde sich ein Fair Value pro Aktie von EUR 16 und damit ein Potenzial von 43% ergeben. Jedoch bestünden unter anderem folgende Risiken für eine mittelfristige stabile FCF-Entwicklung:

E-Plus habe mit dem Einführung eines "all-net-flat"-Tarifs von EUR 20 pro Monat (bisherige Angebote: über EUR 30) den Preis- und Verteilungskampf auf dem deutschen Mobilfunkmarkt verschärft. Hier gelte jedoch anzumerken, dass die "Kampfpreise" bisher ausschließlich über Internetvertriebskanäle zu beziehen seien und bisher nicht im stationären Handel angeboten würden.

freenet sei der letzte verbliebene Mobilfunk Service Provider, der gegen Provisionen und Vereinnahmung der Nutzungsentgelte die Verträge der Netzbetreiber vermarkte. Dies habe den Vorteil einer garantierten Einkaufsmarge. Jedoch bestünden im Vergleich zu virtuellen Netzbetreibern (United Internet (ISIN DE0005089031/ WKN 508903), Drillisch (ISIN DE0005545503/ WKN 554550)) deutlich geringere Freiheiten für Tarifgestaltungen. Um in diesem Bereich konkurrieren zu können, habe freenet ein no-frills-Geschäft auf Basis des TMobilenetzes etabliert.

freenet sei im Vertrieb auf stationäre Outlets spezialisiert. Der Vertrieb von Mobilfunktarifen könnte sich verstärkt ins Internet verlagern. Zusätzlich bestehe eine hohe Abhängigkeit im Vertrieb von der Media Markt/Saturn-Gruppe. Insgesamt dürfte die deutsche Mobilfunkbranche strukturell einen deflatorischen Trend aufzeigen, dem sich auch freenet nicht entziehen könne.

Entsprechend werde im mittel- bis langfristigen Planungsmodell (2015e bis 2025e) von einem Umsatzrückgang von 1,2% und von einem Rückgang des FCF von 8% p.a. ausgegangen. Auf Basis dieser Annahmen ergebe sich ein DCF-basiertes, unverändertes Kursziel von EUR 11.

Das Rating der Analysten von Warburg Research für die Aktie von freenet lautet unverändert "halten". (Analyse vom 05.06.2012) (05.06.2012/ac/a/t)

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