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Analysen - Ausland
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30.05.2012
EFG International-Aktie: noch kein Kauf
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Rainer Skierka, hält an seinem "reduce"-Rating für die Aktie von EFG International (ISIN CH0022268228/ WKN A0F6VT) fest.
Die 1995 gegründete EFG International sei eine global tätige, auf die Vermögensverwaltung ausgerichtete Private Banking-Gruppe. Sie verfüge über mehr als 30 Standorte weltweit und beschäftige rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
EFG International habe im Geschäftsjahr 2011 aufgrund einmaliger Restrukturierungskosten und Rückstellungen in Höhe von CHF 46 Mio. sowie Goodwill-Abschreibungen in Höhe von CHF 224 Mio., vor allem im Zusammenhang mit Geschäften, die als Folge der Überprüfung aufgegeben würden, einen IFRS-Reinverlust von CHF 294 Mio. erzielt. Darin seien überdies Abschreibungen auf griechische Anleihen in Höhe von CHF 72 Mio. sowie weitere Berichtigungen in Höhe von CHF 25 Mio. beim Lebensversicherungs-Portefeuille enthalten. Der zugrunde liegende Reingewinn unter Ausschluss dieser Sonderkosten habe bei CHF 83,5 Mio. gelegen, gegenüber den im Oktober 2011 hoch gerechneten CHF 110 Mio.
Die verwalteten Kundenvermögen hätten sich von CHF 84,8 Mrd. Ende 2010 um 7,6% auf CHF 78,4 Mrd. Ende 2011 reduziert. Die Nettoneugelder hätten CHF 0,6 Mrd. betragen. Unter Einbezug der Geschäfte, die aufgegeben würden, hätten Nettoabflüsse von CHF 1,2 Mrd. resultiert. Die Anzahl Kundenberater (CROs) sei von 675 Ende 2010 um 16% auf 567 Ende 2011 zurückgegangen.
EFG International habe unterdessen bekräftigt, an ihren ambitiösen Mittelfristzielen festzuhalten, pro Jahr Nettoneugelder von 5-10% zu erwirtschaften, die aktuelle Bruttomarge von 94 Basispunkten zu halten, innerhalb der nächsten drei Jahre das Kosten-Ertrags-Verhältnis auf unter 75% zu senken sowie durch ein zweistelliges Gewinnwachstum und eine zweistellige Eigenkapitalrendite in demselben Zeitraum einen IFRS-Reingewinn von CHF 200 Mio. zu erzielen.
Die Finanzkrise und das Nichterreichen der einst als ambitiös eingestuften Ziele hätten dem Kurs der EFG-Aktie seit dem IPO im Oktober 2005 beträchtlich zugesetzt (-82%) und zu einem Verschwinden der einst hohen Bewertungsprämie geführt. Nach Erachten der Analysten hänge das u.a. auch damit zusammen, dass EFG International bezüglich einer Verlangsamung der Kundenaktivitäten im Handel, dem Deleveraging von Kunden, sowie der Verlagerung von margenhohen strukturierten und anderen Produkten, in Margentiefere Anlageformen sehr exponiert zu sein schien.
In den Jahren 2010 und 2011 habe EFG International, u.a. als Folge der verfehlten Expansion, hohe Verluste publiziert. Zweifelsohne würden die vom neuen Top Management eingeleiteten Restrukturierungsschritte zur Wiederherstellung der Profitabilität und Kapitalkraft in die richtige Richtung gehen.
Angesichts des weiterhin von politischer und ökonomischer Unsicherheit geprägten Marktumfeldes, der noch fehlenden Umsetzungserfolge für den Aktionär sowie eines gewissen, aufgrund der Aktionärsstruktur nicht von der Hand zu weisenden "Griechenland-Bias", bestätigen die Analysten von Sarasin Research ihr "reduce"-Rating für die EFG International-Aktie. Unter den Schweizer Vermögensverwaltern würden sie Julius Bär (ISIN CH0102484968/ WKN A0YBDU) bevorzugen. (Analyse vom 28.05.2012) (30.05.2012/ac/a/a)
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