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Analysen - DAX 100
24.05.2012
Vossloh-Aktie: Erste Lieferabrufe aus China - verschwindet ein Hauptproblem bald?
Warburg Research

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Frank Laser, Analyst von Warburg Research, stuft die Vossloh-Aktie (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) von "halten" auf "kaufen" hoch.

Bei der gestrigen Hauptversammlung habe Vosslohs CEO Herr Andree bestätigt, dass das Unternehmen erste Lieferabrufe für seine margenstarken Befestigungssysteme aus China verzeichnet habe. Dies sei das erste Geschäft, das Vossloh in China erhalte seit seiner Gewinnwarnung in 2011 (Anfang Juli), welche auf einer niedriger als erwarteter Nachfrage für Befestigungen in China beruht habe.

Es werde erwartet, dass sich das derzeitige Volumen auf einen Betrag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich belaufe, es könne jedoch angenommen werden, dass der durch die Lieferabrufe entstandene Umsatz eher im unteren Bereich dieser Spanne liege (Warburg Research-Erwartungen: Umsatz EUR 10 bis 15 Mio.).

Der Lieferabruf könne eindeutig als positiv angesehen werden, da er:

- eine Neubewertung der Aktie auslösen könnte, da Investoren aufgrund der niedrigen Visibilität des Geschäfts in China eher vorsichtig gewesen seien;

- Vosslohs Visibilität für die Gesamtjahresguidance, die einen Umsatz von etwa EUR 100 Mio. aus China einschließe, erhöhe;

- ein guter Anhaltspunkt dafür sein sollte, dass Vossloh in der Lage sein werde, seinen bereits existierenden Auftragsbestand über EUR 200 Mio. im Laufe der nächsten zwei Jahre zu materialisieren.

Trotz des gestrigen positiven Newsflows gebe es keinen Grund, anzunehmen, dass es eine positive Ergebnisrevision für das laufende Geschäftsjahr durch das Unternehmen geben werde. Dies beruhe darauf, dass Vossloh immer noch mindestens einen weiteren Umsatz von ca. EUR 80 Mio. in China generieren müsse, um seine Guidance für das Geschäftsjahr 2012 zu erreichen.

Dennoch würde kontinuierliches Geschäft aus China (was jetzt wahrscheinlicher scheine) Vosslohs langfristige Profitabilität selbst auf lange Sicht unterstützen, da das Befestigungssystemgeschäft traditionell Margen weit über dem Unternehmensdurchschnitt generiere.

Hinzu komme ein sehr stabiles zugrundeliegendes Geschäft, sichtbares Wachstum durch einen Auftragsbestand von EUR 1,6 Mrd., ein lukrativer Nischenmarktansatz im global wachsenden Infrastrukturmarkt sowie eine starke Marktposition und hohe Managementqualität.

Durch den Aktienkursverfall der letzten Monate liege das derzeitige EV/EBITDA von 7 weit unter Vosslohs historischer Bewertung von ca. 9. Außerdem werde erwartet, dass der zweitgrößte Aktionär Herr Thiele (Knorr-Bremse) seinen Anteil auf 25% erhöhen werde, was das Kursrisiko reduzieren sollte.

Obwohl das Warburg Research-Modell für 2012 und 2013 unverändert bleibe, würden höhere Schätzungen für die langfristigen Margen zu einem neuen (DCF-basierten) Kursziel von EUR 85 (alt: EUR 75) führen.

Aufgrund des daraus entstehenden Kurspotenzials von 25% und da sich eines der Hauptprobleme aufzulösen scheint, stufen die Analysten von Warburg Research die Vossloh-Aktie von "halten" auf "kaufen" herauf. (Analyse vom 24.05.2012) (24.05.2012/ac/a/d)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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