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23.05.2012
Commerzbank-Aktie: Kreditinstitut sieht weiterhin schwieriges Umfeld
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) sieht sich trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen an den internationalen Kapitalmärkten weiter auf Kurs.

Der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, sagte am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Kreditinstituts: "Wir haben 2011 trotz aller Widrigkeiten wichtige strategische Ziele erreicht: Erstens konnten wir das Projekt zur Integration der Dresdner Bank erfolgreich abschließen. Wir haben zweitens bewiesen, dass unser Geschäftsmodell auch unter schwierigen Rahmenbedingungen funktioniert. Drittens haben wir die Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zum größten Teil zurückgeführt. Und nicht zuletzt konnten wir unsere Kapitalstruktur durch mehrere Maßnahmen deutlich verbessern."

Die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2011 das operative Ergebnis der Kernbank, die das strategisch bedeutende kundenorientierte Geschäft beinhaltet, auf 4,5 Mrd. Euro gesteigert (2010: 2,0 Mrd. Euro). Die Erträge vor Risikovorsorge stiegen in der Kernbank um 14 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro (2010: 10,9 Mrd. Euro). Im Gegensatz zu dieser erfreulichen Entwicklung wurden die Nicht-Kernbereiche von den Auswirkungen der Staatsschuldenkrise deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Insbesondere die Wertkorrekturen auf griechische Staatsanleihen, aber auch der fortgesetzte Risikoabbau im Bereich Public Finance haben hier das Ergebnis stark belastet. Dennoch erzielte die Bank im Geschäftsjahr 2011 insgesamt ein Konzernergebnis von 638 Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr 2011 hat die Bank die Bestände an griechischen Staatsanleihen um rund 2,2 Mrd. Euro wertkorrigiert. Nach Aussage des Konzerns werde die Strategie des Risikoabbaus unvermindert fortgesetzt. So habe die Bank ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen abgebaut und die Bestände in der gewerblichen Immobilienfinanzierung und Staatsfinanzierung weiter reduziert. "Mit der Reduzierung von Risiken und dem Bestandsabbau in Nichtkernbereichen kommen wir weiterhin gut voran. Die Risikoaktiva haben wir allein im ersten Quartal 2012 um weitere 14 Mrd. Euro auf 223 Mrd. Euro gesenkt. Gleichzeitig hat sich unsere Core-Tier-1-Quote per Ende März 2012 auf komfortable 11,3 Prozent erhöht. Damit sind wir auch auf die neuen ab 2013 gültigen regulatorischen Kapitalanforderungen gemäß Basel 3 gut vorbereitet", sagte Blessing.

Auch im laufenden Geschäftsjahr 2012 hat die Commerzbank bereits entscheidende strategische Ziele erreicht: Ende März hat die Entscheidung der Europäischen Kommission Klarheit für die künftige Ausrichtung der Eurohypo gebracht. Demnach muss die Eurohypo nicht mehr, wie ursprünglich gefordert, bis 2014 verkauft werden. Stattdessen wird die Bank das Staatsfinanzierungsgeschäft und den größten Teil der gewerblichen Immobilienfinanzierung abbauen. Nur ein kleiner, risikoärmerer Bereich des Commercial Real Estate Geschäfts wird in der Commerzbank weitergeführt.

Wie der Vorstandsvorsitzende Blessing laut Redetext weiter ausführte, bleiben die Rahmenbedingungen bis auf Weiteres herausfordernd. Dabei wurde auf die niedrigen Zinsen, das eher verhaltene Wirtschaftswachstum und die noch nicht überwundene europäische Schuldenkrise verwiesen. Blessing sieht die Kernbank jedoch gut aufgestellt, "um auch in einem für alle Banken anspruchsvollen Umfeld ihre Marktposition zu behaupten und weiter auszubauen."

Vorbehaltlich einer stabilen konjunkturellen Lage erwartet die Commerzbank demnach in der Kernbank für das Gesamtjahr erneut ein solides Operatives Ergebnis. Das Ergebnis der Abbaubereiche werde auch 2012 von den Entwicklungen im Zusammenhang mit der europäischen Staatsschuldenkrise abhängen, so der Manager. "Wir gehen jedoch davon aus, dass die Belastungen deutlich unter denen des Vorjahres liegen werden", fügte der Manager hinzu. Wie Blessing weiter ausführte, strebt die Commerzbank für das Fiskaljahr 2013 wieder die Ausschüttung einer Dividende an.

Die Aktie der Commerzbank notiert derzeit mit einem Minus von 1,31 Prozent bei 1,43 Euro. (23.05.2012/ac/n/d)


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