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Analysen - TecDAX
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23.05.2012
Kontron-Aktie: Kursrückgang eröffnet Einstiegsmöglichkeit
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Malte Schaumann, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Kontron (ISIN DE0006053952/ WKN 605395) unverändert mit dem Votum "kaufen" ein.
Kontrons Aktienkurs habe stark unter der jüngsten Schwäche der Aktienmärkte gelitten (-25% seit Mitte März) und sei auf das niedrigste Niveau seit 2003 gefallen. Dies spiegle die jüngsten Enttäuschungen von Investoren bezüglich der Ergebnisqualität des Unternehmens wider. Die Analysten würden einen solchen Rückgang jedoch für überzogen halten und seien der Ansicht, dass das aktuelle Kursniveau eine ausgezeichnete Einstiegsmöglichkeit sei, da das Niveau ein recht unrealistisches Szenario reflektiere und das neue Kursziel ein Kurspotenzial von 40% biete.
In einem "umgekehrten" DCF-Modell zeige sich, dass das aktuelle Kursniveau ein Nullwachstumsszenario und eine nachhaltige Profitabilität einer EBIT-Marge von lediglich 5% reflektiere. Dies dürfte aus den folgenden Gründen unrealistisch sein: Der Markt für Embedded-Computer-Technologie weise Wachstumsraten von ca. 5 bis 10% p.a. auf, die insbesondere auf einen zunehmenden Outsourcing-Anteil (Eigenfertigungsanteil bei Embedded Computern noch rund 75%) zurückzuführen seien. Als klarer Marktführer sollte Kontron auch in Zukunft weiterhin von diesem Trend profitieren. Ein 10-Jahres-CAGR von 12% von 2002 bis 2011 (inkl. anorganischem Wachstum) reflektiere diesen Trend.
Ohne größere Einmaleffekte (z.B. malaysischer Betrugsfall 2010) habe Kontrons Profitabilität seit 2003 niemals bei 5% oder weniger gelegen. Im Jahr 2003 habe Kontron nur 40% der aktuellen Größe und die OPEX seien im Vergleich zum Umsatz 12 PP höher gewesen. Seitdem markiere die EBIT-Profitabilität von 5,5% in 2010 den Tiefpunkt. Angesichts von Kontrons Verbesserungspotenzial (Beschaffungskosten, höherer operativer Leverage) sollte damit das Ziel einer zukünftigen EBIT-Marge von 7% nicht zu ambitioniert sein und sei 2011 bereits knapp erreicht worden.
Angesichts der in Q1 zu beobachtenden schlechten Profitabilität würden die Warburg Research-Schätzungen gesenkt und einen vorsichtigeren Ansatz in Bezug auf die restlichen drei Quartale des Jahres 2012 reflektieren. Mit einer besseren Umsatzentwicklung in H2 (wahrscheinlich keine weiteren Verzögerungen bei einigen Infrastrukturprojekten) sollte es Kontron jedoch gelingen, die unbereinigte EBIT-Marge des Vorjahres leicht zu übertreffen. Die Analysten würden nun das Erreichen eines operativen Ergebnisses von 8% im Geschäftsjahr 2014 (Schätzungen eingeführt) und eine 7%-Marge für 2013 erwarten.
Vor dem Hintergrund des mangelnden Vertrauens seitens der Investoren in Bezug auf Kontrons Fähigkeiten, die Ergebnisqualität schnell zu verbessern, würden die Analysten die antizipierte nachhaltige EBIT-Marge um 1 PP auf 7% reduzieren (Schätzung 2013), was zu einem neuen DCF-basierten Kursziel von EUR 6,80 führe, das durch das FCF-Value-Modell gestützt werde. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass selbst eine niedrigere Profitabilität von lediglich 6% ein Upside (20%) zum aktuellen Kursniveau liefern würde.
Angesichts eines erwarteten EPS CAGR von 22% von 2012 bis 2014 sei auch ein P/E 2012 von 12x attraktiv. Damit sehe die aktuelle Bewertung knapp über dem 9-Jahres-Tief, trotz der Enttäuschungen in Bezug auf Kontrons Profitabilität, angesichts der Perspektiven einer sich verbessernden operativen Entwicklung in H2 attraktiv aus. Die Dividende von EUR 0,20 je Aktie führe derzeit zu einer Rendite von 4% und werde im Juni ausgeschüttet.
Die Analysten von Warburg Research bewerten die Kontron-Aktie weiterhin mit dem Rating "kaufen". Das Kursziel werde von EUR 7,60 auf EUR 6,80 gesenkt. (Analyse vom 23.05.2012) (23.05.2012/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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