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Analysen - Ausland
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21.05.2012
Coca-Cola-Aktie: Unternehmen gut gerüstet für Monster Aufputsch-Getränke
Heibel-Ticker
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www.optionsscheinecheck.de
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Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Experten von "Heibel-Ticker" würden die Aktie von Coca-Cola (ISIN US1912161007/ WKN 850663) erst dann als kaufenswert betrachten, wenn es zur einer Korrektur um etwa 15% kommt.
Nach heftigen Umstrukturierungen sei Coca-Cola heute besser aufgestellt als irgendwann sonst in den vergangenen 15 Jahren. Mit guter Bilanz und schlanker Organisation hocke das Unternehmen in den Startlöchern, um am Wachstum der Schwellenländer überproportional zu partizipieren und Marktanteile von seinen Wettbewerbern, insbesondere von Pepsi (ISIN US7134481081/ WKN 851995), abzujagen.
Die Jugend, die schon mit Cola aufgewachsen sei, suche Drinks mit etwas mehr Bums. Und den liefere beispielsweise Monster Beverage (ISIN US6117401017/ WKN A1JSKK), ein junges Unternehmen mit 15% Umsatzwachstum p.a. Coca-Cola würde Monster gerne kaufen und sein Umsatzwachstum von derzeit 5% p.a. etwas aufputschen.
Noch sei nichts offiziell, aber eine Übernahme von Monster durch Coca-Cola wäre in den Augen der Experten sinnvoll. Das Wachstum von Coca-Cola würde damit um 2% auf 7% angehoben werden, gleichzeitig würden Analysten von 500 Mio. USD Einsparungen durch Synergien sprechen. Coca-Cola habe das wohl weltweit beste Vertriebsnetz und der Energy Drink von Monster würde davon stark profitieren, ein beschleunigtes Umsatzwachstum wäre somit wahrscheinlich.
Seit 15 Jahren trete der Aktienkurs von Coca-Cola auf der Stelle. Das Unternehmen liefere sich einen ständigen Kampf mit Pepsi, so dass die Gewinnmarge immer unter Druck sei. Zudem wurden die Umwälzungen unserer Generation bei Coca-Cola vom Management lange Zeit verschlafen: Das Internet wurde zu spät erschlossen, das weltweite Vertriebsnetz war zu unflexibel und wichtige Geschäftsteile (Abfüllanlagen) wurden ausgegliedert und schädigten die Flexibilität, so die Experten von "Heibel-Ticker". Erst in der Finanzkrise 2008 sei der Nährboden für einen grundlegenden Wandel geschaffen gewesen, und so habe Coca-Cola in den vergangnen Jahren Versäumtes nachgeholt (Internet-Marketing) und Fehler korrigiert (Rückkauf der Abfüllgesellschaft).
Heute sei Coca-Cola in den Schwellenländern bestens aufgestellt und profitiere vom dortigen Wachstum. So sei der Umsatz zuletzt in Indien um 20% angesprungen, in China um 9% und in Brasilien um 4%. Die Brutto-Gewinnmarge liege mit 60,7% deutlich höher als bei Pepsi, die operative Marge liege bei 23%. Coca-Cola habe die Rohstoffpreise unter Kontrolle, während Pepsi rückläufige Absatzmengen durch die gestiegenen Rohstoffpreise nur noch defizitär verkaufen könne.
Analysten würden schätzen, dass Coca-Cola dank der guten Geschäftsstruktur mindestens ein Jahr Vorsprung vor Pepsi habe und dieser Vorsprung könne genutzt werden, um die eigene Marktposition in den Schwellenländern auszubauen sowie um durch gezielte Übernahmen wie beispielsweise Monster Beverage das Sortiment auszuweiten.
Ein Aktiensplitt habe keinerlei Auswirkung auf den Unternehmenswert. Coca-Cola werde die Aktien im Verhältnis eins zu zwei aufteilen, wer heute eine habe, werde nach dem Splitt zwei Aktien besitzen. Der Aktienkurs werde sich entsprechend halbieren.
Trotzdem sorge die Ankündigung eines Aktiensplitts meist für einen Kurssprung, so auch bei Coca-Cola. Es habe sich an der Börse über Jahrzehnte ein Kursniveau zwischen 20 und 100 US-Dollar je Aktie als "normal" herauskristallisiert. Natürlich gebe es Aktien, die mehrere hundert US-Dollar wert seien, weil deren Unternehmenslenker zu Recht sagen würden, ein Aktiensplitt schaffe keinen Mehrwert, warum sich also mit solchen technischen Widrigkeiten herumschlagen würden.
Und dennoch sende ein Unternehmen, das einen Aktiensplitt verkünde, eine Nachricht aus: "Wir glauben nicht, dass der Kurs unserer Aktie von hier aus deutlich tiefer sinken kann". Denn wenn die heute zu 60 Euro gehandelte Aktie danach zu 30 Euro gehandelt werde, dann würde ein Kursrutsch um 33% die Aktie unter die 20 Euro drücken. Okay, Coca-Cola sei ein US-Unternehmen und werde in US-Dollar gehandelt. Bei derzeit 76 USD ergebe sich ein Kurs nach dem Splitt von 38 USD. Der Abstand zu den 20 USD sei noch immer sehr groß. Doch das Unternehmen sei ja nicht gezwungen, diesen Schritt zu vollziehen und werde es also nur dann machen, wenn aus deren Sicht überhaupt nicht die geringste Gefahr bestehe, jemals in die Zone um 20 US-Dollar zu rutschen.
Der optimistischere Betrachtungswinkel sei natürlich, dass das Unternehmen davon ausgehe, dass der Kurs schon bald über den 100 USD notieren könnte und deswegen der Kurs halbiert werde.
Wie dem auch sei, es gebe kein handfestes Argument für einen Aktiensplitt, und für Anleger sei es einfach ein Zeichen von Zuversicht im Management.
Während sich der Aktienkurs in den vergangenen 15 Jahren kaum verändert habe, habe sich die Dividende von damals 0,60 auf heute 1,92 USD je Aktie entwickelt. Eine Dividendenrendite von 2,7%, zuverlässig und kontinuierlich ansteigend. Auch für die Zukunft habe das Unternehmen es sich auf die Fahne geschrieben, die Ausschüttung der Dividende kontinuierlich zu erhöhen.
Mit 2,7% Dividendenrendite sei die Rendite nicht berühmt, es gebe bessere Dividendenpapiere. Doch das sei eher dem Kursverlauf geschuldet, denn seit Jahreswechsel sei der Kurs um 20% angestiegen, was die Dividendenrendite eben unter 3% gedrückt habe.
Und diese Kursrally spiegle sich auch in einem meiner Ansicht nach hohen Bewertungsniveau wider. Ein KGV 12e von 17 sei für das Unternehmen in Ordnung, aber viel Luft nach oben gebe es da nicht mehr. Auch der Unternehmenswert im Verhältnis zur Ertragskraft (EV/EBITDA) sei mit 14,5 deutlich höher als ein von den Experten bevorzugtes Verhältnis unter 10. Und so sei auch die PEG-Ratio, also das Verhältnis des Kurs/Gewinn-Verhältnisses zur Wachstumsgeschwindigkeit mit 2,3 deutlich über der als fair gesehenen 1 und sogar über dem oberen Limit von 2.
Die gute Geschäftssituation bei Coca-Cola sei den Anlegern also nicht verborgen geblieben.
Coca-Cola sei ein grundsolides Unternehmen, dessen Aktie als Dividendenkomponente in ein langfristig orientiertes Portfolio passe. Die Wettbewerbsposition von Coca-Cola sei lange nicht mehr so gut gewesen wie heute. Die Zuversicht des Managements zeige sich in dem angekündigten Aktiensplitt.
Doch in den vergangenen Monaten ist der Kurs zu stark angestiegen, die Experten von "Heibel-Ticker" würden eine deutliche Korrektur um etwa 15% abwarten, bevor sie die Coca-Cola-Aktie als kaufenswert betrachten. (Ausgabe 20 vom 18.05.2012) (21.05.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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