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Analysen - DAX 100
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15.05.2012
HHLA-Aktie: sehr schwacher Start ins Jahr und Anpassung der Guidance
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Christian Cohrs, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von HHLA (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) weiterhin mit dem Votum "verkaufen" ein.
Die veröffentlichten Q1-Zahlen seien eindeutig schlechter ausgefallen als erwartet. Während der Umsatz um 1% im Vergleich zum Vorjahr gefallen sei, sei das Ergebnis deutlich um 23% (EBIT) bzw. 42% (EPS) gesunken. Der operative Cash-Flow (EUR 49 Mio.) und die Investitionen (EUR 24 Mio.) hätten sich erwartungsgemäß entwickelt.
Der schwache Ergebnistrend habe seine Wurzeln hauptsächlich in der Container-Division und sei möglicherweise durch aggressives Pricing verursacht worden. Die Division habe ein Volumenwachstum von 4,7% verzeichnet, welches damit höher als erwartet (WRe und Konsens: etwa 3%) ausgefallen und seinen Konkurrenten Rotterdam (-4%) und Antwerpen (+1%) weit voraus gewesen sei. Der starke Volumentrend kontrastiere mit der divisionalen Umsatzperformance von minus 4%. Der Durchschnittsumsatz je TEU sei um 8% gesunken. Das Management berichte einen Rückgang der Lagergebühren (verglichen mit dem Vorjahr) und einen höheren Anteil an Feeder-Verkehren.
Die Struktur von Umsatz und Volumen in HHLAs Container-Division einerseits und die schlechtere Volumenentwicklung bei der Konkurrenz andererseits könnten darauf deuten, dass HHLA Volumina durch aggressiveres Pricing anziehe. Dies würde in das Bild passen, das die Analysten in ihrem Report im Rahmen der Coverage-Aufnahme vor zwei Monaten gezeichnet hätten. Zu welchem Ausmaß das Pricing den niedrigen Ergebnisbeitrag der Division (-29%) beeinflusst habe, sei nicht klar. Das Management führe den Gewinnrückgang unter anderem auf Mehrkosten für die Modernisierung des CTB zurück, habe diese jedoch leider noch nicht in Zahlen ausgedrückt.
Die Anpassung des Ausblicks gleiche einer Ergebniswarnung. Die neue Guidance sehe ein EBIT von mindestens EUR 200 Mio. voraus. In Anbetracht der Tatsache, dass der vorherige Ausblick der Firma das EBIT bei rund EUR 205 Mio. angesetzt habe und die Restrukturierung des Geschäftszweiges Intermodal die Abspaltung der defizitären Tochterfirma Transfracht beinhalte, hätte die neue EBIT-Guidance ceteris paribus höher ausfallen müssen.
Die HHLA-Aktie bleibt weiterhin auf "verkaufen", so die Analysten von Warburg Research. Aufgrund der schlechten Q1 Performance und den strukturellen Veränderungen im Segment Intermodal werde man das Analystenmodell gründlich überarbeiten. Das Kursziel sehe man weiterhin bei EUR 21. (Analyse vom 15.05.2012) (15.05.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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