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Analysen - DAX 100
14.05.2012
Douglas Holding-Aktie: Bücher verbuchen Buchverlust
Heibel-Ticker

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Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Experten von "Heibel-Ticker" würden sich aus der Douglas Holding-Aktie (ISIN DE0006099005/ WKN 609900) bis auf weiteres raushalten.

165 Mio. Euro Verlust habe Douglas im ersten Quartal für seine Buchtochter Thalia verbucht. Der Wettbewerb durch Amazon.com (ISIN US0231351067/ WKN 906866) mache Thalia zu schaffen. Der hilflose Versuch, den Umsatz durch das Aufstellen von Touchscreens anzukurbeln, habe, wie von den Experten erwartet, nicht funktioniert.

So werde es nun Standortschließungen, Flächenverkleinerungen, Untervermietungen und Sortimentsanpassungen bei Thalia geben. 36,3 Mio. Euro habe das Unternehmen dafür zurückgestellt. Zudem seien die Bewertungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte außerplanmäßig um 128,8 Mio. Euro vermindert worden.

Dank des frühen Ostertermins hätten die Douglas Parfümerie, der Juwelier Christ und der Hussel Süßwarenverkauf gute Quartalszahlen verzeichnet. Der Umsatz sei trotz der Probleme bei Thalia um 2% angewachsen.

Doch Thalia habe der Bilanz zugesetzt. Der Cashflow sei aufgrund der hohen Lagerbestände schwach. Die Bankschulden seien von 67 auf 89 Mio. Euro angewachsen.

Die Probleme bei Thalia seien nicht neu, doch seit mehreren Quartalen würden die Experten ein schlüssiges Konzept vermissen, um die Probleme zu lösen. Das Konzept fehle auch heute noch, doch immerhin zeige das aktuelle Quartalsergebnis, dass man sich des Ernstes der Lage bewusst sei. Die bittere Pille sei geschluckt worden, nun werde nach Lösungen gesucht.

Doch eins nach dem anderen: Schritt 1: Aufdeckung der Realität, das sei nun endlich geschehen. Schritt 2: Generierung von Cash, um Umstrukturierungen zu finanzieren. Nun, die Dividende sei gestrichen worden, das werde 43 Mio. Euro Liquidität schaffen. Ein wichtiger Schritt. Zudem würden die Experten erwarten, dass die hohen Lagerbestände in den nächsten Monaten ausverkauft würden und Thalia zunächst vorsichtig bei Neubestellungen sein werde. Erst dann, also in einigen Monaten, könne Schritt 3 folgen, die Umsetzung einer neuen Strategie.

Hier würden die Experten das größte Problem bei Douglas sehen. Das Familienunternehmen verfüge über einen Streubesitz von derzeit nur 28%. Die Familie Oetker halte 25,8%, Unternehmer Erwin Müller halte 10,8% und die derzeit bestimmende Familie Kreke halte 12,7%. Zudem gebe es eine Reihe von Finanzinvestoren. Es werde schwer sein, für diese bunte Eigentümermischung eine neue Strategie zu entwickeln, mit der alle einverstanden seien. Zudem gebe es Gerüchte über Interesse der Familie Kreke, Douglas von der Börse zu nehmen und Gerüchte über Interesse von Erwin Müller, seine Anteile drastisch zu erhöhen.

Die Bilanz von Douglas sei sauber und ermögliche aus finanzieller Sicht locker drastische und teure Umbaumaßnahmen. Doch die Interessen der Eigentümer seien teilweise nicht bekannt, teilweise gegenläufig, sodass sich über die Zeit die Bilanz deutlich verschlechtern könne, ohne dass eine neue Strategie gefunden worden sei.

Als Privatanleger würden die Experten von "Heibel-Ticker" nicht ins Kreuzfeuer der Familieninteressen geraten wollen und sich daher aus dieser Aktie von Douglas Holding bis auf weiteres raushalten. (Ausgabe 19 vom 11.05.2012) (14.05.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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