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Analysen - Ausland
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08.10.2002
Schering-Plough untergewichten
Berliner Volksbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Berliner Volksbank bewerten die Schering-Plough-Aktie (WKN 850469) mit "untergewichten".
Schering-Plough habe die Gewinnschätzungen je Aktie für die Jahre 2002 und 2003 gesenkt. Der Aktienkurs sei bereits in den letzten Tagen um rund 20% gefallen, nachdem Schering-Plough bereits im August erfolglos gegen Patentverletzungen seines Blockbusters Claritin (Allergiemedikament) geklagt und der Pharmagroßhandel im Vorgriff auf die generische Version des Produkts die Aufträge vermindert habe. Claritin sei das wichtigste Produkt von Schering-Plough und habe im Jahre 2001 mit 3,159 Mrd. US-Dollar einen Umsatzanteil von cirka 32% am Gesamtumsatz erreicht.
Der Patentschutz von Claritin laufe Ende Dezember 2002 aus. Das Nachfolgeprodukt Clarinex habe erst in diesem Jahr am Markt eingeführt werden und zum 30.6.02 lediglich Umsätze in Höhe von 258 Mio. US-Dollar erzielen können. Man glaube, dass sich dieses Produkt gegen die generische Version von Claritin auf Grund der Preisvorteile nur schwer durchsetzen werde. Diese Befürchtungen scheine auch Schering-Plough zu haben, da das Unternehmen die EPS für 2003e drastisch zurücknehme auf 1,00 - 1,15 US-Dollar je Aktie (bisheriger Konsensus: 1,43 US-Dollar).
Grund dafür sei, dass kein Medikament als Ersatz-Blockbuster zur Verfügung stehe, sondern erst im Jahr 2004 mit dem Cholesterinpräparat ZETIA, das mit Merck entwickelt worden sei, als Anschlussprodukt gerechnet werde. Das Unternehmen sehe deshalb 2003 als ein Übergangsjahr an, für das mit einem Umsatzeinbruch und einer Margenverschlechterung wegen des sich ändernden Produktmixes gerechnet werden müsse. Nach Wyeth habe nun auch Schering-Plough eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal 2002 veröffentlicht.
Die Analysten der Berliner Volksbank empfehlen daher die Schwering-Plough-Aktie unterzugewichten.
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