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Analysen - DAX 100
10.05.2012
Wacker Chemie-Aktie: bereinigte Poly-Marge deutlich unter Erwartungen
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Wacker Chemie-Aktie (ISIN DE000WCH8881/ WKN WCH888) unverändert mit dem Votum "verkaufen" ein.

Die von Wacker Chemie für das erste Quartal 2012 veröffentlichten Geschäftszahlen seien gemischt ausgefallen. Während der Umsatz weniger stark als erwartet zurückgegangen sei, sei der Margendruck stärker ausgefallen als von den Analysten prognostiziert.

Der Umsatz (-7,5% yoy auf 1,194 Mrd. EUR) habe sich dank eines besser als erwarteten Geschäftsverlaufs bei Polymers (+13,8% yoy) und einer deutlichen Mengensteigerung bei Polysilicon (+50% yoy) weniger stark reduziert als die Analysten erwartet hätten. Polymers habe von einem robusten Marktumfeld und einer guten Nachfrage vor allem nach Dispersionen profitiert. Die Preise hätten angehoben werden können. Bei Polysilicon sei der Umsatzrückgang geringer ausgefallen als von den Analysten erwartet, was vor allem auf die deutliche Steigerung der Mengen zurückzuführen sei. Angesichts einer starken Nachfrage habe Wacker Chemie hier sogar auf Lagerbestände zurückgreifen müssen. Der Umsatzrückgang bei Polysilicon sei somit allein auf noch deutlicher gefallene Verkaufspreise zurückzuführen gewesen.

Das Konzern-EBITDA sei stärker als erwartet zurückgegangen. Verantwortlich dafür seien vor allem die Segmente Silicones und Polysilicon gewesen. Bei Silicones hätten niedrigere Preise, sowie eine geringere Kapazitätsauslastung als Folge eines leichten Volumenrückgangs in Europa für einen stärkeren als von den Analysten erwarteten Margendruck gesorgt. Die EBITDA-Marge sei gegenüber dem Vorjahr um 600 Basispunkte auf 12,3% gesunken (BHLe: 14,9%). Bei Polysilicon sei trotz einbehaltener Anzahlungen und erhaltener Strafzahlungen in Höhe von 37 Mio. EUR (BHLe: 35 Mio. EUR) nur ein EBITDA von 150 Mio. EUR erzielt worden. Bereinigt um die positiven Sondereffekte habe das EBITDA bei lediglich 113 Mio. EUR gelegen (Marge: 30,8%; BHLe: 37,3%).

Auch für Q2 erwarte Wacker Chemie hier keine Margenverbesserung. Das operative Gearing scheine nicht auszureichen, um den Preisverfall zu kompensieren. Siltronic habe angesichts geringerer Volumina, Preise und Restrukturierungsaufwendungen wie von den Analysten erwartet einen EBITDA-Fehlbetrag ausgewiesen.

Die Analysten hätten ihre Schätzungen für 2012 erhöht, da sie nun Sondereffekte aus einbehaltenen Anzahlungen, sowie erhaltene Strafzahlungen bei Polysilicon berücksichtigen würden (jeweils 35 Mio. EUR pro Quartal). Bereinigt um diesen Effekt würden sie das EBITDA jedoch lediglich bei 783 Mio. EUR sehen (vorher: 821 Mio. EUR). Für 2013ff hätten die Analysten ihre Schätzungen angesichts des starken Margendrucks bei Polysilicon gesenkt. Ihr Kursziel würden die Analysten von 56,00 EUR auf 52,00 EUR zurücknehmen. Es setze sich zusammen aus einem Peer-Group-Vergleich (60,00 EUR), einer Sum-of-the-parts- Bewertung (48,00 EUR) und ihrem DCF-Modell (48,70 EUR).

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen somit ihre "verkaufen"-Empfehlung für die Wacker Chemie-Aktie. (Analyse vom 10.05.2012) (10.05.2012/ac/a/d)


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