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Analysen - TecDAX
07.05.2012
QSC-Aktie: schwacher Start des Unternehmens in Q1/2012
Warburg Research

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von QSC (ISIN DE0005137004/ WKN 513700) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.

Aufgrund der Kombination aus akquisitionsbedingtem Wachstum (Info AG und IP Partners) und strukturellem Rückgang bei TK-Services sei der Konzernumsatz um +10% yoy auf EUR 116 Mio. gestiegen und habe damit unterhalb der Erwartung von EUR 119 Mio. gelegen.

Das EBIT habe verglichen mit Q1/11 wesentlich niedriger (yoy -50%) bei EUR 4 Mio. gelegen (WRe: EUR 5,3 Mio.). Hierfür gebe es zwei Hauptgründe: Der erste Grund sei, dass die PPA durch Akquisition angestiegen seien. Der zweite Grund sei, dass die Marge der neu erworbenen IT-Geschäftsfelder derzeit noch niedriger sei als die Marge der traditionellen Telekommunikationsgeschäftsfelder. Die Abweichung von der Prognose resultiere wahrscheinlich aus einer niedrigeren Top-Line als erwartet und aus höheren Integrationskosten als erwartet.

Der Umsatz im Segment Wholesale (klassischer Telekommunikationsservice) sei um 15% auf EUR 45 Mio. (39% des Konzernumsatzes) gesunken. Im Gegensatz hierzu habe der neue Kernbereich Direct Sales die Umsätze akquisitionsbedingt um +78% auf EUR 42 Mio. (36% des Konzernumsatzes) steigern können. Der Konzernumsatz sei negativ durch Kürzungen der Terminierungsentgelte in Deutschland beeinflusst worden (Effekt: EUR 3 Mio.) und ein saisonalbedingt schwaches Quartal im Consulting. Die Kostenbasis werde negativ durch vorübergehend hohe Integrationskosten (EUR 1 bis 2 Mio. pro Quartal) beeinflusst.

Die starke negative Preisreaktion sei wahrscheinlich eine Mischung aus dem schwachen Q1/12, welches auf ersten Blick kein Turnaround- oder Synergiepotenzial zeige, und der herrschenden Meinung, dass es anhaltenden strukturellen Rückgang im Umsatz und FCF geben werde.

Ab Q4/13 sollten die Netzkosten drastisch gesenkt werden. Dies sollte den EBITDA-Beitrag vom Tele2-Deal von EUR 20 Mio. pro Jahr (der ab 2013e erstmalig entfalle) ausgleichen. Noch wichtiger: Der EBITDA-Beitrag von EUR 20 Mio. aus dem Tele2-Settlement sei cash-flow-neutral, da es sich nur um eine Auflösung von Rückstellungen handle. Im Vergleich hierzu sei die Reduktion von Netzkosten FCFrelevant. Mit anderen Worten: Sogar ohne Umsatzwachstum in den kommenden Jahren werde der FCF in FY2014 erheblich ansteigen.

QSC habe in der Vergangenheit gezeigt, dass es übernommene Firmen (z.B. Broadnet AG) erfolgreich integrieren könne. Daher könne angenommen werden, dass QSC in der Lage sei, ein integriertes Service-Unternehmen für IT- und Telekommunikationslösungen aufzubauen. Nach der Übergangszeit könne strukturelles Wachstum erwartet werden. FY2012e sei ein Übergangsjahr für QSC: Der Umsatz in der Telekommunikation werde weiter zurückgehen, IT- und Beratungsgeschäft müssten integriert werden.

Die Aktie werde mit einem EV/EBITDA 13e Multiplikator von 2,8x gehandelt. Wenn der Netzkosteneffekt und das Wachstumspotenzial erkannt würden, sollte ein Turnaround in der Kursperformance folgen. Mehr Zuversicht sollte in 2H/2012 kommen.

Die Kaufempfehlung zu einem unveränderten Kursziel von EUR 2,90 für die QSC-Aktie wird bestätigt, so die Analysten von Warburg Research. (Analyse vom 07.05.2012) (07.05.2012/ac/a/t)


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