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Analysen - DAX 100
26.04.2012
Dürr-Aktie: Story geht weiter
Warburg Research

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Christian Cohrs, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Dürr (ISIN DE0005565204/ WKN 556520) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Das Unternehmen habe vorzeitig exzellente Q1-Zahlen vorgelegt. Die meisten hätten die Erwartungen übertroffen: Der Auftragseingang sei um 22% auf EUR 679 Mio. (WRe: EUR 640 Mio.) gestiegen. Dabei gelte es zu bedenken, dass sich die Auftragseingänge bereits im Vorjahr auf einem sehr hohen Niveau befunden hätten. Der Auftragsbestand liege nun bei EUR 2,25 Mrd. Die Konzernumsätze seien um 27% auf EUR 679 Mio. (WRe: EUR 640) gestiegen. Zu den einzelnen Segmenten seien bis dato keine Angaben gemacht worden. Das EBIT habe sich auf EUR 29,6 Mio. verdreifacht. Dies entspreche weitgehend der Analystenerwartung. Die operative Marge liege bei 5,3%. Das Management von Dürr bestätige sein Gesamtjahresziel von ca. EUR 2 Mrd. für den Auftragseingang und Umsätze und eine operative Marge zwischen 5,5% und 6%.

Die Zahlen von heute sollten sehr positiv aufgenommen werden. Der Auftragseingangstrend deute darauf hin, dass die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens noch keine Anzeichen einer Verlangsamung oder Normalisierung aufweisen würden. Das Unternehmen profitiere offensichtlich noch immer von einigen Nachholeffekten die aus der zurückhaltenden Investitionsaktivität nach der Lehmann-Krise stammen würden. Die letzten vier Quartale würden einen annualisierten Konzernauftragseingang von EUR 2,8 Mrd. ergeben. Das sollte nicht als eine normale Run-Rate betrachtet werden. Man erwarte, dass diese eher bei ca. EUR 2,1 bis 2,2 Mrd. liege. Die Rückkehr in den "Normalmodus" lasse allerdings länger auf sich warten als ursprünglich allgemein angenommen.

Eine Anhebung der Guidance sei nur eine Frage der Zeit. Angesichts der starken Performance in Q1/12 scheine die Bestätigung der Guidance durch das Management ungewöhnlich. Das sollte aber nicht als eine bevorstehende erhebliche Geschäftseintrübung missverstanden, sondern eher dem konservativen Kommunikationsstil des Managements zugerechnet werden. Nach Ansicht der Analysten sei eine Überarbeitung der Guidance bei (oder im Vorfeld) der Veröffentlichung der H1/2012-Ergebnisse wahrscheinlich.

Die Analystenprognosen, sowie die Konsensschätzungen für 2012 (Umsätze von etwa EUR 2,15 Mrd.; EBIT bei etwa EUR 130 Mio.) lägen bereits über der Unternehmensguidance und dürften unverändert eine steigende Tendenz aufweisen. Darüber hinaus würden der jüngste starke Trend des Auftragseingangs und der hohe Auftragsbestand gute Perspektiven für die Gewinnentwicklung über das aktuelle Geschäftsjahr hinaus bieten. Die Prognosen der Analysten und die Konsensschätzungen für 2013 (Umsätze bei etwa EUR 2,20 bis 2,25 Mrd., EBIT bei etwa EUR 135 bis 140 Mio.) würden zunehmend konservativ scheinen und würden wahrscheinlich nach oben revidiert.

Die vorgelegten Zahlen würden der Dürr-Aktie weiter Auftrieb geben. Seit der Coverage-Aufnahme habe sich der Aktienkurs verdoppelt. Vor dem Hintergrund der heutigen Zahlen sei ein Ende der Rally noch nicht in Sicht. Nach Vorlage des vollständigen Zahlenwerks am 10. Mai würden die Analysten ihre Gewinnschätzungen und Bewertung überarbeiten. Die Multiplikatoren der Aktie (z.B. P/E 2012 von 10,5x vs. den Median von 10,9x und 10,6x der Vergleichsgruppe mittelgroßer Maschinenbauunternehmen und Automobilzulieferer) würden darauf hindeuten, dass Dürr kein Schnäppchen mehr sei. Allerdings seien die Analysten der Meinung, dass die einzigartige Position des Unternehmens (unangefochtener Spitzenreiter in einem konsolidierten Nischenmarkt; Schwellenländeranteil am Auftragseingang von 60%) einen Bewertungsaufschlag rechtfertige. Das aktuelle Kursziel sei DCF-basiert; das FCFY-Modell deute auf einen fairen Wert von über EUR 60.

Die Analysten von Warburg Research bekräftigen ihre Kaufempfehlung für die Dürr-Aktie. Das Kursziel sehe man unverändert bei EUR 52,50. (Analyse vom 25.04.2012) (26.04.2012/ac/a/d)

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