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Analysen - DAX 100
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26.04.2012
Krones-Aktie: Q1-Zahlen leicht über den Analystenerwartungen
Montega AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Thomas Rau, Analyst der Montega AG, stuft die Krones-Aktie (ISIN DE0006335003/ WKN 633500) von "verkaufen" auf "halten" herauf.
Krones habe gestern die endgültigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr sowie einen Ausblick für 2012 veröffentlicht. Gleichzeitig habe das Unternehmen seine Q1-Zahlen bekannt gegeben. Während die Zahlen für 2011 infolge eines Einmaleffektes (Rückstellung zur Beilegung eines Rechtsstreits in den USA) deutlich unter den Erwartungen der Analysten gelegen hätten, hätten die Q1-Ergebnisse sowie der veröffentlichte Ausblick für 2012 aus ihrer Sicht keine großen Überraschungen geboten.
So sei das EBT trotz eines Umsatzanstiegs von 14% lediglich um etwas mehr als 5% auf 74,6 Mio. Euro gestiegen (2010: 70,8 Mio. Euro). Darin enthalten sei allerdings ein Einmalaufwand aus einer Rückstellung, die Krones für einen potenziellen Vergleichsabschluss in den USA (Le-Nature's) gebildet habe. Der Umfang der Rückstellung dürfte bei 35 bis 40 Mio. Euro gelegen haben. Bereinigt um diesen Einmaleffekt hätte das EBT somit zwischen 110 bis 115 Mio. Euro gelegen, was einer EBT-Marge zwischen 4,4 und 4,6% entsprochen hätte. Damit hätte das Unternehmen sein EBT-Margenziel (rund 5%) verfehlt.
Dazu beigetragen habe insbesondere, dass sowohl die Prozesstechnik als auch KOSME trotz teilweise deutlicher Umsatzsteigerungen ihren operativen Verlust noch ausgeweitet (Prozesstechnik: -19,3 Mio. Euro) bzw. nur marginal reduziert hätten (KOSME: -15,0 Mio. Euro). In beiden Bereichen habe das Management Maßnahmen zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Effizienz in der Produktion und in den Prozessen eingeleitet. Dennoch würden beide Bereiche frühestens in 2013 den Break-Even schaffen.
Für den Fall eines Verfehlens dieser Finanzziele habe das Management bereits strategische Maßnahmen in Aussicht gestellt (u.a. Downseizing des Geschäfts, teilweiser Ausstieg aus dem Brauerei-Geschäft). Allerdings seien strukturelle Maßnahmen (d.h. ein Verkauf) explizit ausgeschlossen worden, was die Analysten anhand der seit Jahren anhaltenden Verlustsituation beider Bereiche bedauern würden.
Der Auftragseingang in Q1 sei um 5% auf 660 Mio. Euro gestiegen. Wesentlicher Wachstumstreiber sei vor allem die starke Nachfrage aus den Regionen Asien, Afrika und dem Nahen Osten gewesen. Gleichzeitig sei der Umsatz um fast 7% auf 649 Mio. Euro gewachsen. Den größten Wachstumsbeitrag hätten dabei Märkte wie Osteuropa und Südamerika geliefert. Den prozentual höchsten Umsatzanstieg (jeweils +26%) hätten dabei die beiden kleineren Segmente, die Prozesstechnik (8% Umsatzanteil) und die Maschinen und Anlagen für den unteren Leistungsbereich verbucht (4% Umsatzteil).
Dagegen habe der umsatzmäßig größte Bereich, die Abfüll- und Verpackungstechnik (88% Umsatzanteil), seinen Umsatz lediglich unterproportional steigern können (+5%). Trotz des vergleichsweise deutlichen Umsatzanstiegs sei das operative Ergebnis (EBT) um fast 8% auf 32,5 Mio. Euro zurückgegangen. Dies sei insbesondere auf einen überproportionalen Anstieg der Personalkosten und in geringerem Maße auf höhere Abschreibungen (infolge der deutlich gestiegenen Investitionen in den letzten beiden Jahren) zurückzuführen. So investiere Krones in Hinblick auf seine in der Wachstumsstrategie 2015 formulierten Ziele (Anstieg des Umsatzes auf mehr als 3,0 Mrd. Euro) und eines gleichzeitig befürchteten Fachkräftemangels antizyklisch in den Aufbau von Personal.
Das Management stelle für 2012 einen Umsatzanstieg von 2 bis 4% sowie das Erreichen einer EBT Marge von über 5% in Aussicht. Die Analysten würden diese Ziele aus heutiger Sicht nach dem soliden Jahresauftakt (Umsatz: +7%; EBT-Marge: 5,0%) für gut erreichbar halten. Dementsprechend würden ihre Wachstumsannahmen bzw. Margenschätzungen (Umsatz: +2%; EBT-Marge: 5,0%) unverändert bleiben. Anpassungsbedarf würden die Analysten allerdings noch bei den Konsensusschätzungen sehen, die, zumindest das Ergebnis bzw. die Marge betreffend, aktuell noch deutlich optimistischer ausfallen würden als ihre Schätzungen (EBT-Marge: 5,6%).
Kurzfristig dürfte die Aktie eher unter Druck bleiben und seine Underperformance sowohl gegenüber dem MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741) (KRN: -6% vs. MDAX: +7% in den letzten drei Monaten) als auch den wichtigsten Peers, GEA (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) (KRN: -6% vs. GEA: -1% in den letzten drei Monaten) und Alfa Laval (ISIN SE0000695876/ WKN 577335) (KRN: -6% vs. Alfa Laval: -5%), weitere fortsetzen.
Zwar dürften sich die Ergebnisse in den kommenden Quartalen gegenüber den Vorjahresquartalen verbessern (H2 2011 sei sehr schwach gewesen), allerdings werde das Ausmaß der Verbesserung nach Ansicht der Analysten vom Markt überschätzt. Dementsprechend würden sie in den kommenden Wochen mit einer weiteren Reduzierung der Konsensusprognosen rechnen. Darüber hinaus würden sie sowohl die anhaltende Verlustsituation in der Prozesstechnik und bei KOSME sowie die Ungewissheit über den Ausgang des Rechtsstreits in den USA als belastenden Faktor für den Aktienkurs sehen. So dürfte das finanzielle Risiko bei einer Einigung im Rahmen der Mediation zwar überschaubar bleiben (Krones habe bereits eine hohe Rückstellung gebildet), sollte es aber wider Erwarten zu keiner Einigung kommen, so bestehe ein nicht unerhebliches Risiko, dass weitere Belastungen auf Krones zukommen könnten.
Die Analysten der Montega AG stufen die Krones-Aktie von "verkaufen" auf "halten" und erhöhen das Kursziel leicht auf 38 Euro (alt: 37 Euro). (Analyse vom 26.04.2012) (26.04.2012/ac/a/d)
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