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Analysen - Ausland
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23.04.2012
Givaudan-Aktie: Besserung in 2012 in Aussicht
Sarasin Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Zürich (www.aktiencheck.de) - Dr. Philipp Gamper, Analyst von Sarasin Reseach, stuft die Aktie von Givuadan (ISIN CH0010645932/ WKN 938427) weiterhin mit dem Rating "neutral" ein.
Mit der 2007 eingeleiteten und 2010 abgeschlossenen Integration der holländisch-englischen Konkurrentin Quest sei Givaudan zum mit Abstand größten Riechstoff- und Aroma Produzenten mit einem Marktanteil von 25% herangewachsen. Nach dem dynamischen Geschäftsjahr 2010, in welchem Givaudan den Umsatz um 7% habe steigern können, habe sich 2011 als ungleich anspruchsvoller entpuppt. Neben den stark gestiegenen Rohmaterialpreisen habe der Marktführerin auch der gegenüber USD und EUR starke CHF zu schaffen gemacht.
Regional betrachtet habe sich 2011 eine recht unterschiedliche Nachfragedynamik ergeben. Während sich Europa und Nordamerika enttäuschend entwickelt hätten, hätten sich die Marktregionen Asien/Pazifik sowie der Nahe Osten und Lateinamerika von ihrer robusten Seite gezeigt. Die Zahlen für das 1Q12 würden die steigende Dynamik der Märkte Lateinamerika und Asien bestätigen. Es dürfe auch davon ausgegangen werden, dass es Givaudan als Marktführerin gelingen werde, die notwendigen Preiserhöhungen zur Kompensierung der gestiegenen Rohstoffkosten sukzessive bei den Kunden durchzusetzen. Die Riechstoffe seien von robuster Nachfrage nach Konsumgütern getragen worden, die Aromen in der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie seien gut verankert.
Im Rahmen der 2010 formulierten Fünfjahresstrategie würden neben den Kernpunkten "Forschung und Entwicklung" und "Gesundheit und Wohlbefinden", die Themen "Schwellenländer", "nachhaltige Rohstoffgewinnung" und "Kundenfokus" weitere Schlüsselelemente bilden. Die Schwellenländer würden eine große Chance darstellen. Die zunehmende Urbanisierung und die steigenden Einkommen würden aber nach authentischen Geschmacks- und Geruchserlebnissen verlangen, was eine hohe Kenntnis der lokalen Märkte bedinge. Givaudan beschäftige deshalb bereits rund 1.300 Mitarbeiter der Bereiche Kreation, Marketing und Vertrieb in den Schwellenländern. Der erzielte Umsatz aus diesen rasch wachsenden Marktregionen mache bereits 42% aus.
2011 habe sich der Roh- und Hilfsstoffaufwand auf rund 39% (2010: 36%) belaufen. Aufgrund weiterhin hoher Rohmaterialpreise dürfte sich der Anteil 2012 kaum reduzieren, auch wenn es Givaudan gelingen werde, einen Teil der Rohmaterialmehrkosten an die Kunden weiterzugeben. Kritischer als die Rohmaterialpreisfluktuationen erscheine hingegen die generelle Verfügbarkeit der benötigten Rohmaterialien in der verlangten Menge und der geforderten Qualität. Zur Entschärfung dieses Risikos seien vielfältige Kooperationen auf langfristiger Basis mit Schlüssellieferanten unabdingbar. Ein weiteres Risiko müsse im Verlust von wichtigen Personen im Kreativbereich gesehen werden, wie beispielsweise erfolgreichen Parfümeuren oder erstklassigen Aromatikern.
2012 dürfte sich insgesamt durch ein moderates Umsatzwachstum und sich etwas verbessernde Margen auszeichnen. Da Givaudan bereits klare Marktführerin sei, seien wegen wettbewerbspolitischer Bedenken kaum größere Akquisitionen zur Wachstumsbeschleunigung denkbar. Im Unternehmensvergleich sei Givaudan fair bewertet. Gegenüber dem Schweizer Gesamtmarkt SPI weise Givaudan aber einen nicht unbedeutenden Aufschlag auf. Der Aufschlag sei aufgrund der höheren Gewinnschätzungssicherheit im gegenwärtigen Konjunkturzyklus zwar nachvollziehbar, jedoch ein deutliches Indiz für das nur beschränkte relative Kurspotenzial gegenüber dem Gesamtmarkt.
Die Analysten von Sarasin Research stufen die Aktien von Givaudan nach wie vor mit Neutral ein. (Analyse vom 23.04.2012) (23.04.2012/ac/a/a)
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