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Analysen - Ausland
20.04.2012
Raiffeisen Bank International-Aktie: Polbank-Übernahme genehmigt, Abschluss steht kurz bevor
Erste Bank

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Wien (www.aktiencheck.de) - Günter Hohberger, Analyst der Erste Bank, bewertet die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) unverändert mit dem Rating "kaufen".

Die Anfang Februar letzten Jahres angekündigte 70%-Übernahme der Polbank von der griechischen Eurobank EFG gehe mit der Genehmigung durch den polnischen Regulator KNF in die Zielgerade. Einem Abschluss der EUR 490 Mio. schweren Transaktion im 2. Quartal stehe nun nichts mehr im Wege. Bereits Mitte September 2011 sei die bislang als Filiale firmierende Polbank EFG in eine eigenständige Gesellschaft mit lokaler Banklizenz umgewandelt worden.

Außerdem sei die künftige Organisationsstruktur der aus Raiffeisen Bank Polska und Polbank EFG entstehenden, kombinierten Bank festgelegt worden. Die RBI werde 87% und die Eurobank EFG 13% an der kombinierten Bank halten. Darüber hinaus sei in einer Vereinbarung mit dem KNF festgelegt worden, dass mindestens 15% Streubesitz der kombinierten Bank bis spätestens Juni 2016 an der Börse Warschau notieren sollten. Außerdem solle ein Zweitlisting der RBI in Warschau bis spätestens Juni 2018 erfolgen, andernfalls müsste der Streubesitz der polnischen Tochter auf 25% steigen.

Die Analysten würden den formellen Abschluss der Polbank-Akquisition in den nächsten Wochen, spätestens aber zur Bekanntgabe der 1Q/12-Zahlen am 24. Mai erwarten. Die kombinierte Tochter würde dann 13% zu den Kundenkrediten der RBI beitragen und damit zur größten CEE-Tochter werden. Zusammen mit dem Russland-Exposure von 11% würden dann die am stärksten wachsenden Märkte in Zentral- und Osteuropa 24% zum RBI-Kreditportfolio beisteuern. Diese Tatsache sollte den gut balancierten und diversifizierten Ländermix der RBI betonen und die schwächere Performance von Ländern wie Ungarn und Slowenien ausgleichen helfen.

Für die Aktie dürfte in der nächsten Zeit aber die Befindlichkeit der Märkte in Bezug auf die Schuldenkrise vor allem in Spanien ausschlaggebend sein, auch wenn die RBI keine spanischen Regierungsanleihen auf ihren Büchern habe. Andererseits sollten die Bedenken bezüglich einer Kapitalerhöhung bei der RBI zur Deckung der EBA-Kapitallücke bei der RZB weiter abnehmen, zumal die RZB diese Woche mit der Vorlage des Geschäftsberichts die geplanten Maßnahmen bestätigt habe, die u.a. eine Wandlung des von den Eigentümern (v.a. Landesbanken) gehaltenen privaten Partizipationskapitals auf RZB-Ebene in Höhe von EUR 840 Mio. in Aktienkapital vorsehen würden. Eine Kapitalerhöhung auf RBI-Ebene sei dafür weiterhin nicht vorgesehen.

Die Analysten der Erste Bank bleiben bei ihrer Kaufempfehlung mit einem Kursziel von EUR 36 für die Raiffeisen Bank International-Aktie (Buchwert ohne Partizipationskapital und ohne Firmenwert: EUR 35,40 je Aktie). (Analyse vom 20.04.2012) (20.04.2012/ac/a/a)
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