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Analysen - DAX 100
16.09.2002
Degussa reduzieren
Nord LB

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Bei Kursstärke Aktien der Degussa AG (WKN 542190) verkaufen. Dies ist die Empfehlung des Analysten Thorsten Strauß von der Norddeutschen Landesbank.

Im zweiten Quartal 2002 sei der Umsatz im Kerngeschäft um 1% auf 2,84 Mrd. Euro gesunken. Das EBIT sei im Kerngeschäft um 1% auf 284 Mio. Euro zurück-gegangen, habe aber die Analystenschätzungen übertroffen. Der Konzerngewinn der fortgeführten Bereiche sei wegen deutlich höherer Steuern und erheblicher Sonderbelastungen von 152 auf 4 Mio. Euro eingebrochen. Das Ergebnis je Aktie habe sich von 0,74 auf 0,02 Euro im zweiten Quartal bzw. Von 1,31 auf 0,05 Euro im ersten Halbjahr verringert.

Obwohl noch keine Anzeichen für eine durchgreifende konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr zu erkennen seien, sei der Vorstand bei seiner Einschätzung geblieben, dass im Gesamtjahr 2002 im Kerngeschäft ein Umsatz von 11 Mrd. Euro erzielt und das Betriebsergebnis leicht verbessert werden könne. Sonder-Aufwendungen würden jedoch für einen deutlich unter dem Vorjahr liegenden Konzernüberschuss der fortgeführten Bereiche sorgen.

Nach Ablauf der Frist für das von RAG zu 38 Euro je Aktie unterbreitete Übernahme-Angebot haben bis auf 7% Streubesitz sämtliche freie Aktionäre ihre Bereitschaft zur Abgabe ihrer Degussa-Aktien bekundet. Der bisherige Mehrheitsaktionär E.ON werde seine Beteiligung auf 46,5% reduzieren. Ebenfalls 46,5% werde RAG halten. Zum 31.05.2004 solle RAG durch Übernahme von Aktien aus E.ON-Besitz die Beteiligung auf 50,1% erhöhen. Der Vollzug der komplexen Transaktion hänge aber vom Verkauf der bisher von RAG gehaltenen Ruhrgas-Anteile an E.ON ab, der derzeit gerichtlich blockiert sei. Eine Entscheidung darüber werde voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres fallen. Der durch die Annahme des Übernahme-Angebots stark reduzierte Streubesitz führe zum Ausschluss der Degussa-Aktie aus dem DAX und dem Wechsel in den MDAX zum 23.09.2002.

Wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen bei Aminosäuren für die Herstellung von Tierfutter habe EU-Wettbewerbskommissar Monti ein Bußgeld von 118 Mio. Euro gegen Degussa verhängt. Der Konzern habe die Anfechtung des Bescheides angekündigt, aber im zweiten Quartal bereits bilanzielle Vorsorge für die Zahlung des Bußgeldes getroffen.

Die Analysten der Nord LB erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 12,3 Milliarden Euro sowie einen Jahresüberschuss (JÜ) von 322 Millionen Euro. Nächstes Jahr sollen die Erlöse auf 12,65 Milliarden Euro und der JÜ auf 504 Millionen Euro ansteigen.

Weniger als die erfreulichen Zahlen bestimmen die Veränderungen in der Aktionärs-Struktur den Kursverlauf der Degussa-Aktie. Obwohl der Vollzug der Übernahme durch RAG derzeit gerichtlich blockiert sei, habe das komplexe Tauschgeschäft zwischen E.ON und RAG bereits seinen Schatten auf den Titel geworfen. Das Ausscheiden aus dem DAX komme angesichts des zurückgehenden Streubesitz-Anteils allenfalls vom Zeitpunkt her überraschend. Die Konditionen des zwischen E.ON und RAG abgeschlossenen Deals sorgen dafür, dass der Kurs der Aktie bis Mai 2004 gedeckelt sein werde. Für Aktionäre, die das Übernahmeangebot nicht angenommen haben, biete die Aktie daher kaum Kurspotenzial.

Die Empfehlung von Analysten der Norddeutschen Landesbank bezüglich den Aktien von Degussa lautet daher unverändert "reduzieren".



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