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News - Nebenwerte
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02.04.2012
Solar Millennium-Aktie: Chapter 11 für US-Beteiligungen, Schadenersatzklage von Utz Claassen in USA
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Erlangen (www.aktiencheck.de) - Die Solar Millennium AG (ISIN DE0007218406/ 721840WKN) hat am Montag bekannt gegeben, dass die US-Gesellschaften und -Beteiligungen von Solar Millennium heute in einer koordinierten Aktion ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 eingeleitet haben. Ferner gab das Unternehmen bekannt, dass der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Solar Millennium AG, Utz Claassen, seinen früheren Arbeitgeber und einige US-Tochtergesellschaften auf 265 Mio. US-Dollar Schadenersatz verklagt hat.
Ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 des US-Bankruptcy Code bietet einen rechtlichen Rahmen für strukturierte Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen. Zudem gewährt Chapter 11 für die Dauer des Verfahrens Schutz vor dem Zugriff der Gläubiger auf das Vermögen der US-Gesellschaft.
Mit dem Chapter 11-Verfahren will der Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, Volker Böhm, einen geordneten Verkaufsprozess für die amerikanischen Projekte ermöglichen. Ziel ist es Böhm zufolge weiterhin, die US-Projekte im Interesse der Gläubiger bestmöglich zu verwerten. Bei einem Verkauf der US-Beteiligungen bestehen insbesondere gute Aussichten, dass eine bar hinterlegte Bürgschaft in Millionenhöhe in das Vermögen der Solar Millennium AG zurückfließt. Bereits in der vergangenen Woche hatte Böhm zur Vorbereitung des Chapter 11-Verfahrens die Ablösung der bisherigen US-Geschäftsführung veranlasst und den amerikanischen Sanierer Ned Kleinschmidt eingesetzt.
In Bezug auf die Schadenersatzklage von Utz Claassen teilte Solar Millennium mit, dass als Begründung in der Klageschrift angegeben wird, dass Verantwortliche der Solar Millennium AG durch rufschädigende Äußerungen gegenüber Öffentlichkeit und Presse nach Claassens Ausscheiden im März 2010 dessen Reputation als Manager geschädigt hätten. Infolgedessen habe er seitdem keine adäquaten Mandate mehr bekommen. Verklagt wurden im Einzelnen die Solar Millennium AG, deren US-Tochter Solar Millennium Inc. und die Solar Trust of America LLC, an der die Solar Millennium Inc. eine 70-prozentige Beteiligung hält. Die übrigen 30 Prozent an der Solar Trust of America LLC hält Ferrostaal.
Die Klage wird derzeit von Insolvenzverwalter Volker Böhm und den betroffenen Tochtergesellschaften rechtlich geprüft. Auf das deutsche Insolvenzverfahren hat die Klage keine unmittelbaren Auswirkungen. Selbst wenn Claassen tatsächlich mit seiner Klage Erfolg haben sollte, wäre er gegenüber der Solar Millennium AG nur Insolvenzgläubiger und müsste die erstrittene Summe zur Insolvenztabelle anmelden. Ob die Forderung vom Insolvenzverwalter auch anerkannt werden würde, wäre dann nach deutschem Recht zu prüfen.
Die Aktie von Solar Millennium schloss im Xetra-Handel bei 0,13 Euro (+24,51 Prozent). Im Frankfurter Handel gewinnt der Titel 16,98 Prozent auf 0,12 Euro. (02.04.2012/ac/n/nw)
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