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Analysen - Nebenwerte
02.04.2012
Villeroy & Boch-Aktie: verhaltener Ausblick - Positiver Newsflow dürfte dennoch anhalten
Montega AG

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Wais Samadzada, Analyst der Montega AG, stuft die Vorzugsaktie von Villeroy & Boch (ISIN DE0007657231/ WKN 765723) nach wie vor mit "kaufen" ein.

Villeroy & Boch habe am 27.03.2012 die endgültigen Geschäftszahlen 2011 veröffentlicht, die den bereits berichteten, vorläufigen Zahlen entsprochen hätten. Im Rahmen der Berichterstattung habe der Vorstand einen Ausblick auf 2012 sowie die Folgejahre gegeben. Demnach erwarte das Management für 2012 aufgrund des relativ verhaltenen Jahresstarts (Umsatzwachstum Jan-Feb: 1%) nur ein leichtes Umsatzwachstum auf 750 Mio. Euro bis 760 Mio. Euro. In den Folgejahren solle das Wachstum bei durchschnittlich 5% liegen. Die Ergebnisguidance sei mit +/- 15% (Wachstum ggü. 2011) sehr vage geblieben. Entsprechend dürfte das EBIT ohne Sondereffekte (Stichwort: Grundstücksverkauf) bei ca. 24 Mio. Euro bis 32 Mio. Euro liegen.

Insgesamt sei schwer nachzuvollziehen, warum Villeroy & Boch ab 2013 stärker wachsen solle als im laufenden Jahr. Das Konsumklima im wichtigen Heimatmarkt sei nach wie vor gut. Dieses sollte sich auch in den Zahlen von Villeroy & Boch widerspiegeln. Ein überdurchschnittlich starkes Wachstum ab 2013 könnten die Analysten vor dem Hintergrund der konservativen Guidance für das laufende Jahr nicht nachvollziehen. Lediglich die mögliche Übernahme eines Konkurrenten (z. B. das Besteck-Geschäft von WMF), die bereits Thema einiger Presseberichte gewesen sei, könnte zu einem Wachstumsschub ab 2013 führen.

Nach dem erfolgreichen Verkauf des ehemaligen Produktionsgeländes in Lübeck sei Ende Februar 2012 auch die Fabrik in Mexico verkauft worden. Der Verkaufserlös habe in diesem Fall jedoch nur leicht über dem Bilanzwert von gut 7 Mio. Euro gelegen. Die Produktion solle im Werk Ramos gebündelt werden, um die Effizienz weiter zu erhöhen.

Des Weiteren solle der Produktionsstandort Schweden neu strukturiert werden. Die aktuelle Produktionsstätte nahe Stockholm solle veräußert und ins Landesinnere verlagert werden. Die Fläche befinde sich ca. 22 km von Stockholm entfernt in attraktiver Wasserlage inmitten eines Wohngebietes. Die Nutzung als Produktionsstätte sei vor diesem Hintergrund nicht wirtschaftlich.

Insgesamt dürften die zur Disposition stehenden Immobilienprojekte nach Aussagen des Vorstandes innerhalb von zwei bis fünf Jahren abgeschlossen sein. Für den Standort Luxemburg sei nach Erachten der Analysten eine frühere Realisierung möglich. Die Produktion sei hier schon in 2010 eingestellt worden. Die Analysten würden es für möglich halten, dass die Projektierung noch in 2012 starte, sofern die Stadtverwaltung in Luxemburg im laufenden Jahr eine Bebauung bewillige.

Laut Geschäftsbericht erwarte das Unternehmen einen positiven Ertrag von über 50 Mio. Euro. Der Bodenrichtwert liege bei 52,6 Mio. Euro. Sollte eine dichte Bebauung in Luxemburg genehmigt werden, dürfte der Ertrag den Bodenrichtwert deutlich übersteigen.

Im Rahmen der Berichterstattung hätten die Analysten ihre Schätzungen aktualisiert und an die konservative Prognose des Unternehmens angeglichen.

Die geplanten Verkäufe (Luxemburg und nun auch Schweden) seien weiterhin der wesentliche Trigger für die Aktie. Zusätzlich könnte Villeroy & Boch durch einen Zukauf das Produktportfolio weiter ausbauen und Skaleneffekte generieren. Durch ein breiteres Produktangebot würde Villeroy & Boch eine noch größere Zielgruppe ansprechen. Mögliche Zukäufe wären durch die erwarteten Zuflüsse im Rahmen der Grundstücksverkäufe leicht zu finanzieren.

Darüber hinaus könnte die Aussicht auf "Gratisaktien" für weitere Aufmerksamkeit sorgen. Tagespunkt 7 der Einladung zur Hauptversammlung beschäftige sich mit der Möglichkeit, Sachdividenden auszuschütten (sprich Aktien). Bisher durften die vom Unternehmen gehaltenen Aktien (1,68 Mio. Stück) laut Beschlussfassung nur über die Börse gehandelt werden. Das Unternehmen habe sich in der Vergangenheit jedoch nicht von den Aktien trennen wollen, da dem Unternehmen ein deutlich höherer Wert beigemessen worden sei.

Aufgrund der leichten Senkung ihrer Prognosen würden die Analysten das Kursziel von 10,30 Euro auf 10,00 Euro reduzieren.

Das Upside-Potenzial beträgt trotz des starken Kursanstiegs der letzten Wochen weiterhin 22%, die Kaufempfehlung für die Villeroy & Boch-Vorzugsaktie wird bestätigt, so die Analysten der Montega AG. (Analyse vom 02.04.2012) (02.04.2012/ac/a/nw)



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