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Analysen - Nebenwerte
27.03.2012
SKW Stahl-Metallurgie-Aktie: Bilanz 2011 von Einmaleffekten geprägt
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die SKW Stahl-Metallurgie-Aktie (ISIN DE000SKWM021/ WKN SKWM02) nach wie vor mit dem Votum "kaufen" ein.

Auf den ersten Blick hätten die Ergebnisse über den Erwartungen gelegen, wobei das Ergebnis von Einmaleffekten beeinflusst worden sei, die in Summe mit -4,8 Mio. EUR niedriger als von den Analysten erwartet (BHLe -5,6 Mio. EUR) ausgefallen seien. Der wesentliche Grund sei die Auflösung der Rückstellung (+6,2 Mio. EUR) für den Bußgeldbescheid der EU-Kommission wegen Preisabsprachen im Kalziumkarbid- und Magnesiumbereich gewesen.

Nachdem SKW in zweiter Instanz im Ausgleichsanspruchsverfahren gegen die heutige Gigaset AG (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) (als Rechtsnachfolgerin des früheren SKW-Eigentümers Arques Industries AG) Recht bekommen habe, sei die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsverpflichtung seitens SKW, trotz der eingelegten Revision von Gigaset, als gering angesehen. Folglich wurde die Rückstellung aufgelöst worden.

Neben Währungseffekten (-4,9 Mio. EUR), Nachzahlungen an Lieferanten (-1,8 Mio. EUR) und Anlaufkosten (-2,4 Mio. EUR) dürfte der Betrugsfall in China, der mit 1,9 Mio. EUR (statt zuvor 0,9 Mio. EUR) höher zu Buche geschlagen habe, die Stimmung im Management ziemlich belastet haben. Hier habe die Gesellschaft die Risikosteuerung angabegemäß verbessert, sodass Derartiges nicht wieder vorkommen dürfte.

Letztendlich werde die operative Verbesserung des EBITDA von 7,7 Mio. EUR im Jahresverlauf durch die Einmaleffekte in den Schatten gestellt. Dies zeige jedoch auch, welches Potenzial in der Gesellschaft stecke. Die Stimmung sei in der Stahlindustrie zwar immer noch von Unsicherheit geprägt, jedoch dürfte SKW das genannte Ziel, in 2012 Umsatz und EBITDA zu steigern, nach Erachten der Analysten erreichen.

Zur Ergebnisverbesserung dürften die neuen Werke jedoch 2012 noch nicht viel beitragen. Zwar verringere man die Investitionen (BHLe: 16 Mio. EUR; Vj. 34 Mio. EUR), aber unter dem Strich dürfte der freie Cash-flow noch negativ bleiben. Ab 2013 (nach Auslauf des Investitionsprogramms) würden dann endlich wieder freie Cashflows generiert. Dann solle auch die Dividende von aktuell 0,50 EUR deutlicher steigen.

Die Analysten seien etwas zuversichtlicher hinsichtlich der Gewinnentwicklung für 2012ff und hätten ihre Schätzungen sowie das Kursziel von 17,50 EUR auf 20,00 EUR angehoben. Ein Treiber für die Aktie dürfte der besser laufende nordamerikanische Markt sein, dessen Umsatzanteil bei rund 55% liege. Trotz höherer Finanzierungsaufwendungen (deutlich höhere Nettoverschuldung) und normalisierter Steuerquote dürfte der Gewinn je Aktie 2012 stabil bleiben.

Mit einem KGV 2012 von 8,5 und der attraktiven Dividendenrendite von 3,2% empfehlen die Analysten vom Bankhaus Lampe unverändert den Kauf der SKW Stahl-Metallurgie-Aktie. (Analyse vom 26.03.2012) (27.03.2012/ac/a/nw)



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