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Analysen - Marktberichte
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22.03.2012
Australischer Dollar verliert nach BHP Billiton-Warnung
ETX Capital
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www.optionsscheinecheck.de
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London (www.aktiencheck.de) - Der Australische Dollar (AUD) verlor gestern gegenüber dem US-Dollar und dem Euro an Wert, nachdem "The big Australien", wie BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101) auch genannt wird, davor warnte, dass eine nachhaltiger Rückgang der chinesischen Wachstumsraten infolge zu einem scharfen Rückgang der Nachfrage nach Eisenerz führen könnte, so Oliver Bossmann, Analyst von ETX Capital.
Eisenerz sei der wesentliche Rohstoff für die Stahlproduktion. China sei momentan der weltweit größte Nachfrager nach Eisenerz und damit nach Stahl. BHP Billiton demgegenüber sei die weltweit größte Minengesellschaft und müsste vor diesem Hintergrund Kapazitäten und geplante Investitionsprojekte streichen.
Vor der Meldung von BHP seien gestern noch die Minutes der Reserve Bank of Australia für den Monat März veröffentlicht worden. Die RBA-Minutes seien das Protokoll der letzten Sitzung des Direktoriums der australischen Notenbank und würden den FX-Marktteilnehmern Aufschluss darüber geben, welche Richtung die RBA in ihrer Zinspolitik einschlagen werde. Entgegen der Warnung von BHP Billiton sei der Ton des RBA Direktoriums insgesamt positiv gewesen.
Die Herren der RBA würden konstatieren, dass sich die Aussichten der Weltwirtschaft im letzten Monat verbessert hätten, nachdem die europäische Schuldenkrise von den Politikern zunehmend entschärft werde und deren Bewältigung voranschreite. Laut RBA-Direktorium stelle die europäische Schuldenkrise nach wie vor ein Problem für die Weltwirtschaft dar, jedoch sinke nach dem griechischen Schuldenschnitt die Wahrscheinlichkeit unkontrollierter Entwicklungen in der näheren Zukunft. Die RBA werde deshalb vorerst den Zinssatz auf den aktuellen Niveaus bei 4,25 Prozent belassen, aber auch weiterhin die Entwicklung in der Weltwirtschaft genau beobachten und sofort reagieren, wenn sich hier Unwägbarkeiten auftun würden oder wenn sich ein stärkerer Rückgang der Wachstumsraten ankündige.
Der gelassene Ton der RBA signalisiere dem FX-Markt, dass die australische Notenbank keine Eile habe, die Zinssätze zu senken. Der Kurs des Overnight Index Swaps (OIS) der Credit Suisse (ISIN CH0012138530/ WKN 876800), die aktuell bei ca. -40 Basispunkten notieren würden, würden zeigen, dass die Marktteilnehmer auf Sicht der nächsten zwölf Monate keine großen Zinssenkungen vonseiten der RBA sehen würden. Die Kurve der OIS vereine die Erwartungen der Devisenhändler bezüglich der Zinspolitik der RBA in den nächsten zwölf Monaten. Ein Wert von -50 signalisiere z.B., dass Marktteilnehmer auf Sicht von einem Jahr eine Zinssenkung von 0,5 Prozent durch die RBA erwarten. Der Chart zeige die enge Korrelation zwischen dem Kursverlauf des AUD/USD und den Verlauf der Overnight Index Swaps, also den Zinssatzerwartungen, für die RBA-Zinsen.
Die wichtigsten Eckdaten der australischen Binnenwirtschaft würden sich nach wie vor positiv entwickeln und vorerst keine expansive Geldpolitik notwendig machen. So liege die Arbeitslosenrate in Australien momentan bei 5,2 Prozent, also nicht weit weg von Vollbeschäftigung, die Inflationsrate bei 3,1 Prozent, und das BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2011 bei 2,3 Prozent, verglichen mit dem vierten Quartal 2010. Trotzdem hätten sich die Devisenhändler von der Warnung von BHP beeindrucken lassen. Denn die Minengesellschaften seien in Australien die größten Arbeitgeber und ein Rückgang der Nachfrage nach Rohstoffen könnte die Arbeitslosenrate schnell ansteigen lassen. Dies könnte dann schnell die RBA mit Zinssenkungen auf den Plan rufen und für schwächere Kurse des Australischen Dollars sorgen. (22.03.2012/ac/a/m)
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