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Analysen - Nebenwerte
12.03.2012
SKW Stahl-Metallurgie-Aktie: Stahlindustrie wieder mit höherer Produktion
Warburg Research

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Unterneukirchen (www.aktiencheck.de) - Björn Voss, Analyst von Warburg Research, stuft die SKW Stahl-Metallurgie-Aktie (ISIN DE000SKWM021/ WKN SKWM02) weiterhin mit "kaufen" ein.

Jüngste Nachrichten aus der Stahlindustrie würden die Analysten hinsichtlich der globalen Rohstahlproduktion - die ein entscheidender Indikator für SKWs zugrunde liegendes Geschäfts sei - für 2012 optimistischer stimmen. Stahlproduzenten würden von SKW Stahl-Metallurgie hergestellte chemische Bestandteile für die Veredelung in der Rohstahlproduktion sowie in der Sekundärmetallurgie nutzen.

In SKWs Kernmärkten - den USA (SKWs Umsatzteil: ca. 55%), dem europäischen Ausland (ca. 17%) und Deutschland (ca. 5%) - habe sich die Rohstahlproduktion recht gut gegenüber den im Dezember des Vorjahres verzeichneten Tiefständen verbessert. Im Januar sei die Leistung in Deutschland um +13%, in der EU um +11% und in den USA um +4% gewachsen. Tatsächlich sei die Produktion in den USA bereits im Dezember um +4% höher als im November gewesen, während Deutschland (-14% mom) und die EU (-11% mom) im Dezember die Talsohle erreicht hätten.

Frühindikatoren würden für die kommenden Monate auf eine anhaltend erfreuliche Entwicklung hindeuten (neue Stahlaufträge in Deutschland im letzten Monat ca. +20% yoy höher). Damit strebe die Wirtschaftsvereinigung Stahl in 2012 unverändert eine gegenüber 2011 gleich bleibende Rohstahlproduktion an. Für Gesamteuropa sehe ArcelorMittal (ISIN LU0323134006/ WKN A0M6U2) eine um lediglich 1 bis 2% rückläufige Stahlnachfrage voraus. Folglich würden die Analysten ihre Rohstahlproduktionsprognose in Europa von -10% auf -2% anpassen. Dies vergleiche sich mit einem geschätzten Wachstum der sichtbaren europäischen Stahlnachfrage von +2,5% nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Während sich die Erholung der Stahlproduktion in diesem Jahr positiv auf SKW Stahl-Metallurgie auswirken sollte, sei SKWs Ergebnis in Q4e durch die schwachen Produktionsniveaus per Ende 2011 unter Druck gesetzt worden. Die Analysten würden daher ihre EBITDA (berichtet)-Prognose von EUR 32 Mio. auf EUR 27 Mio. in 2011 reduzieren. Diese umfasse einmalige Belastungen (Anlaufverluste, Restrukturierungskosten, Betrugsfall in China, währungsbedingte Kosten, Bargain Purchase) von EUR 6 Mio. (Warburg Research-Erwartungen). SKW Stahl-Metallurgie sehe ein berichtetes EBITDA von weniger als 32 Mio. und ein adjustiertes EBITDA von mehr als 29 Mio. voraus.

Aufgrund der besser als angenommenen Nachfragesituation in 2012 würden die Analysten ihre Prognosen für SKW Stahl-Metallurgie in 2012 erhöhen. Ihre neue Umsatzschätzung liege bei EUR 413 Mio. (-1,6% yoy) statt bisher EUR 406 Mio. (-4,4% yoy). Damit würden sie für das Geschäftsjahr ein EBITDA von EUR 33 Mio. voraussehen (bisher: EUR 30 Mio.). Die Analysten würden keine weiteren Anlauf- bzw. Restrukturierungskosten erwarten, allerdings werde die Profitabilität der neuen Werke erst im Laufe des Geschäftsjahres 2012e die Gewinnschwelle erreichen. SKW Stahl-Metallurgie habe wiederholt kommuniziert, Umsatz und Ergebnis in diesem Jahr auszuweiten.

Im Zuge eines Ergebnisanstiegs und einer Reduzierung der CAPEX würden die Analysten erwarten, dass das Unternehmen in 2012 erstmals seit fünf Jahren einen positiven Cashflow (Warburg Research-Erwartungen: EUR 12 Mio.) berichten werde. Dies sollte zu einer Verbesserung des Gearing von 65% (2011e) auf 53% (2012e) führen. Mit einem Verhältnis Nettofinanzverschuldung/EBITDA von 2,6x in 2011e sei SKW Stahl-Metallurgie nicht weit von dem Niveau entfernt gewesen, das Ratingagenturen und Banken üblicherweise als kritisch einschätzen würden (3,0x).

Um in Bezug auf Covenants und Investitionsentscheidungen flexibler zu werden, habe SKW Stahl-Metallurgie am 6. März ein Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 45 Mio. begeben (Warburg Research-Erwartungen: ca. 50% der Bruttoverschuldung). Es werde in drei Teilen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren ausgegeben. Der Kupon sollte nach Erachten der Analysten bei ca. 4 bis 5% liegen (Euribor +200 bis 300 BP). Da das Schuldscheindarlehen Kreditlinien mit höheren Zinssätzen (bis zu 9%) ablöse, sollte sich das Finanzergebnis im Laufe der Zeit verbessern.

Auf Basis eines DCF- und FCF-Wertpotenzialmodells würden die Analysten einen fairen Wert von EUR 17,39 je Aktie ermitteln. Ihr Kursziel von EUR 17 würden sie daher unverändert lassen. Die Verringerung ihrer Schätzungen im Geschäftsjahr 2011 werde durch höhere Annahmen für die kommenden Jahre ausgeglichen.

Die Analysten von Warburg Research bestätigen ihre Kaufempfehlung für die SKW Stahl-Metallurgie-Aktie. (Analyse vom 09.03.2012) (12.03.2012/ac/a/nw)
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