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Analysen - DAX 100
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05.03.2012
GAGFAH-Aktie: außergerichtliche Einigung mit der Stadt Dresden über den Verstoß gegen Mieterschutzklauseln
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Torsten Klingner, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von GAGFAH (ISIN LU0269583422/ WKN A0LBDT) weiterhin mit "kaufen" ein.
GAGFAH und die Stadt Dresden hätten sich in dem Streit über den Verstoß gegen Mieterschutzklauseln außergerichtlich geeinigt (unterliege noch der Zustimmung durch den Stadtrat, wahrscheinlich am 15. März).
Beide Parteien hätten mit den folgenden Kernpunkten eine Einigung erzielt: GAGFAH werde einen Betrag von insgesamt EUR 36 Mio. zahlen (EUR 4 Mio. p.a. bis 2020), wovon EUR 15 Mio. in Sozialprojekte investiert würden. GAGFAH müsse Prozesskosten in Höhe von EUR 4 Mio. tragen. Die Sozialcharta werde um fünf Jahre bis 2021 verlängert und die Mindestinstandhaltung von EUR 5 auf 7,56 je qm erhöht. Dies sollte kein großes Problem darstellen (EUR 2-3 Mio. mehr Instandhaltung pro Jahr), da GAGFAH derzeit bereits rund EUR 7 je qm aufwende.
Das positive Ergebnis werde den Investment Case maßgeblich ändern: GAGFAHs Gesamtbelastung von EUR 40 Mio. liege sogar noch unter unserem angenommenen Szenario mit Kosten von EUR 48 Mio. und sei nur ein Bruchteil der ursprünglichen maximalen Schadensersatzansprüche der Stadt in Höhe von EUR 1,1 Mrd.
GAGFAHs Refinanzierungssituation habe sich deutlich aufgehellt, da der belastende Rechtsstreit gelöst worden sei (aktuelle Beispiele würden zeigen, dass selbst ein langfristiger Zinssatz von ca. 4% möglich sei, um Wohnimmobilien mit höherem Leerstand und einem niedrigen Eigenkapitalanteil zu finanzieren, was die Analysten in Bezug auf GAGFAH zuversichtlich mache).
Die Aktie sei vom Rechtsstreit überschattet worden, was zu einem massiven Bewertungsabschlag geführt habe. Vor dem Streit notierte die Aktie über EUR 8 mit einem KBV von 0,8. Angesichts eines KBV von derzeit nur 0,45 würden die Analysten in den kommenden Wochen eine starke Kursperformance erwarten, da der Fokus wieder auf den Fundamentaldaten liege (sehr attraktive FFO-Rendite von ca. 8% allein aus Mieten).
Die Analysten würden am 15. März mit der Zustimmung durch den Stadtrat rechnen, die ein weiterer Katalysator für die Aktie sein sollte. Im Anschluss daran sollte GAGFAH Q4-Zahlen berichten. Durch den Verkauf von 4.800 Einheiten an GSW würden die Analysten einen außerordentlichen FFO-Beitrag von ca. EUR 20 Mio. in Q4 erwarten.
In diesem Zusammenhang bestehe Überraschungspotenzial, da das Unternehmen die positive Auswirkung des Verkaufs noch nicht bekannt gegeben habe. In Bezug auf die Finanzierung sollte das Unternehmen einen kleinen Bankkredit mit einem Volumen von EUR 270 Mio. (im April 2012 fällig) refinanziert haben.
Die Analysten von Warburg Research bestätigen ihre Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von EUR 7,00 für die GAGFAH-Aktie. (Analyse vom 05.03.2012) (05.03.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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