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Analysen - TecDAX
29.02.2012
AktienCheck: Nur kurzfristiger Rückenwind für Nordex-Aktie durch Zahlen erwartet
AC Research

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Westerburg (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von AC Research, Sven Krupp, stuft die Nordex-Aktie (ISIN DE000A0D6554/ WKN A0D655) von "akkumulieren" auf "halten" zurück.

Nordex sei ein Entwickler und Hersteller von Windenergieanlagen. Die Gesellschaft sei in 34 Ländern aktiv und seit der Gründung 1985 würden sich inzwischen mehr als 4.600 Nordex-Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von zusammen über 7.100 Megawatt drehen.

Nordex habe gestern vorläufige Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 veröffentlicht und dabei die Ende 2011 reduzierten Zielvorgaben erfüllt. Demnach sei es zu einem Umsatzrückgang um 5% auf 921 Mio. Euro gekommen, welcher vor allem auf Projektverschiebungen in Südeuropa und auf die relativ schwache Ausgangslage zu Beginn des Jahres zurückzuführen sei. Zwar sei das Umsatzvolumen in den USA verdoppelt worden, dies habe aber dennoch nicht die rückläufige Entwicklung in den anderen Regionen vollständig ausgleichen können. Ergebnisseitig sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Einmalaufwendungen von +40,1 Mio. Euro auf -10,3 Mio. Euro zurückgegangen und das EBIT nach Einmalaufwendungen werde mit -29,7 Mio. Euro beziffert.

Die Auftragseingänge hätten um 32% auf 1,1 Mrd. Euro zugelegt und der Bestand an fest finanzierten Aufträgen habe sich um 70% auf 698 Mio. Euro erhöht. Die Liquidität sei um 50% auf 212 Mio. Euro ausgeweitet worden und die Nettoverschuldung betrage 18,8 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr weise Nordex zwar eine negative operative Cashflow-Entwicklung von -43,3 Mio. Euro auf, positiv sei aber hervorzuheben, dass dieser in der zweiten Jahreshälfte mit +79,1 Mio. Euro deutlich positiv ausgefallen sei.

Die Unternehmensführung von Nordex stelle für 2012 einen Umsatzanstieg auf 1,0 bis 1,1 Mrd. Euro sowie eine EBIT-Marge von 1% bis 3% in Aussicht.

Für die Analysten von AC Research sind die publizierten Vorabzahlen erwartungsgemäß ausgefallen. Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen für den Windanlagenmarkt (Stichworte: Überkapazitäten, Preisdruck) sei Nordex in 2011 in die Verlustzone gerutscht. Dem allgemeinen Preisrückgang in der Windindustrie habe die Unternehmensführung aber durch ein Kostensenkungsprogramm teilweise abfedern können. So habe die Rohertragsmarge weiterhin auf einem Niveau oberhalb von 25% gelegen. Gleichzeitig seien jedoch die Strukturkosten um 16,9% gestiegen. Positiv seien das Plus bei den Auftragseingängen, die Entwicklung in den USA sowie die Cashflow-Entwicklung in H2'2011 hervorzuheben. Die Entwicklung bei den neuen Aufträgen dürfte aber nicht überbewertet werden, da es für diese keinen genauen zeitlichen Rahmen gebe.

Der Markt habe gestern positiv auf die Zahlen reagiert und zeitweise habe die Nordex-Aktie mit über 2% im Plus notiert. Scheinbar sei man schon damit zufrieden gewesen, dass der im November gesenkte Ausblick eingehalten worden sei, nachdem Vestas Wind Systems (ISIN DK0010268606/ WKN 913769) zuletzt sehr schwache Zahlen präsentiert habe. Auch wenn Nordex für 2012 wieder die Rückkehr in die Gewinnzone prognostiziert, fällt nach Meinung der Analysten von AC Research der Ergebnisausblick eher schwach aus. Daraus werde ersichtlich, dass vorerst mit keiner deutlichen Aufhellung der schwierigen Marktbedingungen gerechnet werde. Somit dränge sich vorerst kein Investment in die Nordex-Aktie auf, auch wenn diese fundamental günstig erscheine.

Die Analysten von AC Research stufen die Nordex-Aktie zunächst auf "halten" zurück. (Analyse vom 29.02.2012) (29.02.2012/ac/a/t)





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