|
Analysen - Ausland
|
23.02.2012
General Motors hat aus Fehlern gelernt
FOCUS-MONEY
|
www.optionsscheinecheck.de
|
München (www.aktiencheck.de) - Nach Einschätzung der Experten von "FOCUS-MONEY" hat die Aktie von General Motors (GM) (ISIN US37045V1008/ WKN A1C9CM) den Tiefpunkt überwunden.
Vom Milliardengrab zur Geldmaschine - mit dieser Schlagzeile könne man die Entwicklung des us-amerikanischen Automobilkonzerns zwischen 2008 und heute beschreiben. Dabei würden sich die Untertitel wie folgt lesen: Krise 2008 - Insolvenz 2009 - Comeback 2010.
Das Unternehmen habe in den Jahren 2007 und 2008 an amerikanischen Hochschulen als Musterbeispiel für betriebswirtschaftliche Inkompetenz herhalten müssen. Allein im Jahr 2007 habe GM täglich gut 150 Mio. USD Cash verbrannt. In 2008 sei ein Nettoergebnis von -30,0 Mrd. USD erzielt und Finanzschulden von 185 Mrd. USD angehäuft worden, wobei der Fahrzeugabsatz weltweit bei 8,35 Mio. Fahrzeugen gelegen habe.
Es sei gekommen, was habe kommen müssen - die Banken hätten den Geldhahn zugedreht. Bei dem Desaster, das konzernweit direkt 250.000, aber zusammen mit den Lieferanten dann 500.000 Arbeitsplätze hätten auf der Kippe stehen können, sei die damals gerade inthronisierte Obama-Regierung eingeschritten, habe Staatshilfen gewährt und einem Masterplan zugestimmt. Am 1. Juni 2009 habe GM dann bei Vermögenswerten von 82 Mrd. USD und einem Schuldenstand von 173 Mrd. USD das Insolvenzverfahren nach "Chapter 11" beantragt. Dieses amerikanische Insolvenzverfahren bedeute letztlich, dass man sich gerichtlich überwacht der Schulden zu Lasten der Gläubiger entledige und bei Null neu beginne. Die Aktie sei vom Kurszettel genommen worden und die US-Regierung habe für 49,5 Mrd. bereitgestellte USD 60,8% der Firmenanteile erhalten. Kanada habe 11,7%, die US-Arbeitergewerkschaft UAW habe 17,5% der Anteile erhalten und 10% sei unter die restlichen Gläubiger gestreut worden.
Finanzielle Hilfe sei die eine Seite, Restrukturierung die andere. Als neuer Vorstandschef sei Daniel Francis Akerson geholt worden, der Berufserfahrungen aus Private-Equity-Firmen wie Forstmann Little, Eagle River oder Carlyle mitgebracht habe. Unter seiner Ägide sei der Sanierungsplan mit harter Hand umgesetzt worden. Die Mammut-Rabatte, die der Konzern zur Verteidigung von Marktanteilen bis dato zu geben bereit gewesen sei und 2007 bei jedem verkauften Fahrzeug für 4.100 USD Verlust gesorgt hätten, seien ad acta gelegt worden. Für Akersen stehe die Maxime: Rendite vor Rabatt. Man sei den Kundenwünschen nach weniger Verbrauch und mehr Ökonomie gefolgt. Die brüllenden V8-Motoren seien passé und der Konzern habe auf effiziente und moderne Modelle gesetzt.
Die positiven Folgen: 150 Mrd. USD Umsatz in 2011 gleich +11% gegenüber dem Vorjahr, Nettogewinn 7,6 Mrd. USD auf Rekordniveau und Absatzsteigerung auf über 9 Mio. Einheiten. Aber auch rund 47.000 Arbeitsplätze und 12 Fabriken bzw. Werksbeteiligungen weniger. Bei der Absatzentwicklung habe das Unternehmen vor allen von der robusten Autokonjunktur auf dem Heimatmarkt sowie der Dynamik in China profitieren können. Der Gewinn je Aktie habe im letzten Jahr um 58% auf umgerechnet 3,49 EUR zugelegt. Für 2012 werde ein Ergebnis je Aktie von 4,19 EUR erwartet. Habe der Börsenwert per Ultimo 2008 nur 2,2 Mrd. USD betragen, sei GM dem Markt zum Ultimo 2011 33 Mrd. USD wert. Damit liege das KGV 2012 bei 4,6.
Nach Einschätzung der Experten von "FOCUS-MONEY" hat die Aktie von General Motors den Turnaround nachhaltig geschafft. Anleger könnten davon ausgehen, dass, sobald der stotternde Motor bei der GM-Tochter Opel wieder rund laufe, das Papier auch an der Börse wieder oben mitspiele. (Ausgabe 9) (23.02.2012/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|