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Analysen - DAX 100
17.02.2012
Aurubis zum Betätigen der Euphorie-Bremse genötigt
SRH AlsterResearch

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aktie von Aurubis (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

Aurubis habe zuletzt wieder Zahlen abgeliefert, die alle Erwartungen hinter sich gelassen hätten; im Ausblick sowohl zum Jahresgeschäftsbericht (19. Januar) als auch zum Zwischenbericht Q1 (14. Februar) warne das Management zugleich, die hervorragende Entwicklung der Ergebnisdaten in die Zukunft fortzuschreiben.

Der Tritt auf die Euphorie-Bremse lasse sich noch nicht mit konkreten Hinweisen auf Ertragsklippen begründen. Vielmehr fühle sich das Management angesichts langjähriger Erfahrung gerade im Hinblick auf Bewertungseffekte, die auch die eine oder andere dann anschließend schnell wieder ausgebügelte "Schrecksekunde" bereit gehalten habe, nicht bei dem Gedanken wohl, dass das Rekordergebnis des Geschäftsjahres 2010/11 (operatives EBT 292 Mio. Euro) als Messlatte für den Erfolg in 2011/12 herangezogen werde.

Der ausgleichende Charakter des Produktportfolios, der sich in Q1 2011/12 (Oktober bis Dezember) sehr anschaulich offenbart habe, sei hinsichtlich der Attraktivität der Aktie als zentrales Argument zu würden. Die Hamburger Kupferhütte verfüge damit über die Qualität, während unterschiedlicher Phasen des konjunkturellen Zyklus zuverlässig Zahlungsmittelüberschüsse und ansprechende operative Erträge zu erwirtschaften. Der freie Cash flow je Aktie (also nach Investitionen) errechne sich im Durchschnitt der fünf Geschäftsjahre 2007 bis 2011 mit 5,50 Euro. Tatsächlich wirke es sich zwar auf Ebene der betroffenen Geschäftseinheit aus, dass sich das kundenseitige Bestellverhalten bei den Kupferprodukten (Gießwalzdrahte, Bänder, Bleche, Platten) deutlich verhaltener darstelle als bis Spätsommer 2011.

Die Kunden würden "äußerst kurzfristig und knapp" bestellen. Umso wichtiger sei die Abfederungsmöglichkeit, börsenfähige Kupferkathoden zu verkaufen, statt das Material selbst zu verarbeiten. Als jetzt in Q1 das Marktumfeld von einigen Turbulenzen durchgeschüttelt worden sei, habe sich als weiterer Garant des Aurubis-Erfolgs die langfristige Ausrichtung der Beschaffungsseite erwiesen.

Trotz ihrer Kenntnis um diese Qualitäten habe Aurubis mit den jüngsten Quartalszahlen einmal mehr die Schätzungen der Analysten weit übertroffen. Ein operatives EBT von 85,9 Mio. Euro sei berichtet worden; der gesamte Restrukturierungsaufwand für die innerhalb von zwei Jahren erfolgende Verlagerung der Aktivitäten der schwedischen Produktion sei da bereits verbucht (um 6,9 Mio. Euro erhöhter Personalaufwand). Die Analysten hätten damit gerechnet, dass die abgeschwächte Nachfrage nach Kupferprodukten doch zumindest soweit Spuren hinterlassen würde, dass nicht erneut so ein überragendes Ergebnis zu vermelden wäre.

Ihre EBT-Prognose für das Gesamtjahr würden die Analysten auf 221 Mio. Euro nach oben anpassen. Sich bislang noch nicht konkretisierende Risiken gebe es bei den Preisen für Schwefelsäure und für Altkupfer. Hier könne Aurubis nur drei bis sechs Monate kalkulieren. Umsätze des Kuppelprodukts Schwefelsäure würden unmittelbar als Deckungsbeiträge einfließen. Ausschläge bei Preisschwankungen seien teilweise enorm. In 2010/11 habe Aurubis den Schwefelsäureumsatz von 51 Mio. Euro auf 96 Mio. Euro gesteigert, bei vergleichbarer Absatzmenge. Die Wahrscheinlichkeit eines sich ausweitenden Preisverfalls würden die Analysten aber als geringer erachten. Eher würden sie davon ausgehen, dass die Produktnachfrage bei Gießwalzdraht nach vollzogenem Abbau der Kundenlagerbestände kurzfristig wieder anziehe.

Im historischen Kontext weiter als gut einzuschätzende Ertragsaussichten und die Stabilität der Cash flow-Generierung liefern den Analysten von SRH AlsterResearch Argumente, das Anlageurteil "kaufen" für die Aurubis-Aktie zu bekräftigen. Das Kursziel würden sie bei 48 Euro bestätigen. (Analyse vom 17.02.2012) (17.02.2012/ac/a/d)



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