Logo
Analysen - DAX 100
15.02.2012
Infineon Forderungen von Qimondas Insolvenzverwalter als unbegründet erachtet
Warburg Research

www.optionsscheinecheck.de

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Malte Schaumann, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Infineon (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) weiterhin mit "kaufen" ein.

Infineon habe gestern mitgeteilt, dass Qimondas Insolvenzverwalter neben seiner unbezifferten Feststellungsklage einen zusätzlichen Zahlungsantrag im Rahmen des Rechtsstreits über die angebliche wirtschaftliche Neugründung der Qimonda AG gestellt habe. Der Zahlungsantrag, der sich auf EUR 1,7 Mrd. zzgl. Zinsen belaufe, habe einige Unsicherheiten aufgeworfen, die den Aktienkurs von Infineon belastet hätten. Nun habe der Insolvenzverwalter zum ersten Mal seit Antragstellung Ende 2010 die Forderungen spezifiziert. Der Insolvenzverwalter stütze seine Forderungen auf eine so genannte Differenzhaftung in Bezug auf die Ausgliederung Qimondas.

Die aktuelle Bewertung der Analysten sei folgende:

Der Insolvenzverwalter müsse jede Möglichkeit in Betracht ziehen die Forderungen von Qimondas Gläubigern zu erfüllen, ohne dabei die Erfolgswahrscheinlichkeit zu berücksichtigen. Eine hohe Summe erhöhe naturgemäß den Druck auf Infineon bei möglichen Vergleichsverhandlungen.

Erstens müsse das Gericht entscheiden ob die Bedingungen für die wirtschaftliche Neugründung gegeben gewesen seien, was laut einem juristischen Gutachten verneint werde. Zweitens und erst nachdem die erste Frage bejaht worden sei, müsse das Gericht entscheiden ob die ausgegliederten Assets nicht gleichwertig seien mit dem Preis der dafür neu herausgegebenen Aktien (EUR 600 Mio.). Die Berechnung müsse zum Zeitpunkt der Ausgliederung erfolgen, in H1/2006.

Zu diesem Zeitpunkt habe Qimonda vier Jahre lang positive EBIT-Zahlen vorweisen können. Bei Börsengang (September 2006) sei das Unternehmen mit fast USD 4,5 Mrd. bewertet gewesen. Speicherchip-Hersteller seien zu diesem Zeitpunkt mit EV/Umsatz-Multiplikatoren von deutlich über 1 gehandelt worden. Selbst in 2007 habe der durchschnittliche EV/Umsatz-Multiplikator von Qimonda knapp bei 1 gelegen. Das unterstreiche die Sicht der beiden Wirtschaftsprüfer (einer im Auftrag von Infineon, der andere vom Gericht bestellt), die bestätigt hätten, dass der Ausgabebetrag ausreichend gedeckt gewesen sei (oder sogar deutlich übertroffen worden sei).

Aufgrund der oben genannten Fakten scheinen die Forderungen aus rationaler Sicht unbegründet, so die Analysten von Warburg Research. Des Weiteren werde erwartet, dass Anhörungen in diesem Fall nicht mehr im laufenden Geschäftsjahr stattfinden würden und eine Entscheidung nicht vor 2013 oder 2014 getroffen werde. Folglich werde erwartet, dass sich aufgrund dieser Fakten der Fokus der Investoren wieder auf die solide operative Entwicklung richte. Es werde davon ausgegangen, dass das aktuelle Q1 die Talsohle des aktuellen Zyklus darstelle. Diese Ansicht werde untermauert durch jüngste Kommentare von Texas Instruments (ISIN US8825081040/ WKN 852654) CEO, der ebenfalls signifikante sequenzielle Umsatzsteigerungen in den kommenden Quartalen erwarte.

Aufgrund der soliden kurzfristigen Aussichten würden die Prognosen für das aktuelle und kommende Geschäftsjahr leicht angehoben. Zusätzlich würden erstmals die Prognosen für das Geschäftsjahr 2013/14 veröffentlicht. Diese würden eine sich verbessernde Ergebnisqualität indizieren, nachdem die Margen derzeit unter Druck geraten würden (niedrigere Umsätze, höhere D&A, höherer OEPX). Das Kursziel werde marginal von EUR 7,80 auf EUR 8 angehoben.

Die Empfehlung der Analysten von Warburg Research für die Infineon-Aktie lautet weiterhin "kaufen". (Analyse vom 15.02.2012) (15.02.2012/ac/a/d)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de