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Analysen - Marktberichte
14.02.2012
Emerging Markets-Aktien vielfach mit zweistelligem prozentualen Plus
Raiffeisen Capital Management

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Wien (aktiencheck.de AG) - Aktien- und Rentenmärkte der Schwellenländer können zumeist auf einen exzellenten Start ins neue Jahr zurückblicken, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".

Neben den saisonalen Faktoren (vor allem dem zur Wiederanlage/Neuanlage drängenden frischen Kapital zu Jahresbeginn) habe dazu in hohem Maße die massive geldpolitische Lockerung der EZB zum Jahresende 2011 nebst der Erwartung einer erneuten, ähnlich umfangreichen Maßnahme für Ende Februar beigetragen. Mit diesen Schritten sei es der EZB gelungen, nicht nur die Marktstimmung zumindest vorübergehend positiv zu beeinflussen.

Auch die Auktionen italienischer und spanischer Staatsanleihen, die noch vor wenigen Wochen wie ein Damoklesschwert über den Märkten gehangen hätten, seien dank der sehr üppigen EZB-Liquiditätsspritze relativ erfolgreich verlaufen. Die US-Notenbank habe sich für viele überraschend bis ins Jahr 2014 darauf festgelegt, ihre faktische Nullzinspolitik beizubehalten.

Die seit Wochen ohne sichtbare Fortschritte verlaufenden Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland seien da als Negativfaktor kaum ins Gewicht gefallen - ebenso wenig wie die Tatsache, dass in der Euro-Schuldenkrise letztlich weiterhin keine Lösungen in Sicht seien. Zusätzlich seien die Märkte gegen Monatsende von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten in China, Deutschland und den USA beflügelt worden. Es scheine sich ein gewisser Konsens im Markt herauszubilden, dass das erste Quartal vom Wirtschaftswachstum her relativ gut verlaufen und erst ab dem zweiten Quartal ein deutlicherer Rückgang einsetzen könnte.

Der marktbreite S&P 500-Aktienindex (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) in den USA habe gar den stärksten Januar seit 15 Jahren verzeichnet. Fraglich sei, wie lange diese positive Stimmung anhalten werde. Zumindest bis Ende Februar scheinen aber keine größeren Belastungsfaktoren in Sicht zu sein, so die Experten von Raiffeisen Capital Management.

Auch die ständig wachsenden Spannungen zwischen dem Iran einerseits und Israel und seinen westlichen Verbündeten andererseits, werde von den Märkten bislang weitgehend ignoriert. Lediglich der Ölpreis erfahre dadurch eine gewisse Unterstützung. Offenbar würden die meisten Marktteilnehmer davon ausgehen, dass es zumindest bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA bei folgenlosem Säbelrasseln bleiben werde. Ein Waffengang gegen den Iran könnte schließlich kaum kalkulierbare geopolitische Konsequenzen haben und über explodierende Ölpreise die gesamte Weltkonjunktur in eine Rezession stürzen.

Insofern dürfte das Interesse der USA an einer militärischen Attacke derzeit in der Tat gering sein. Andererseits könnten aus strategischer Sicht beide Seiten gewisse Anreize haben, der jeweils anderen zuvorzukommen und Israel sei eine zusätzliche Unbekannte in der Gleichung. Damit bestehe bei allen Beteiligten ein erhebliches Potenzial von Fehleinschätzungen und daraus resultierenden Fehlern. In jedem Fall bleibe die Situation um den Iran in den kommenden Monaten ein potenzieller Risikofaktor für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte.

In den Schwellenländern setze sich unterdessen wie in der gesamten Welt die Wachstumsabschwächung fort - allerdings würden auch hier die Konjunkturindikatoren verschiedentlich auf eine zumindest vorübergehende Stabilisierung hindeuten. (Ausgabe Februar 2012) (14.02.2012/ac/a/m)



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