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Analysen - Ausland
17.09.2002
Repsol neutral
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die Repsol-Aktie (WKN 876845) mit "neutral".

Repsol YPF sei in den Bereichen der Öl-/Gasförderung und -produktion tätig. Die Rohprodukte würden in Raffinerien verarbeitet und über das eigene Tankstellennetz vertrieben. Gas werde an etwa 8,2 Mio. Industrie- und Privatkunden in Spanien und Lateinamerika ausgeliefert. Nach der erfolgreichen Übernahme des argentinischen Ölkonzerns YPF sei das nun unter dem Namen Repsol YPF firmierende Unternehmen in den Kreis der weltweit zehn größten Ölgesellschaften vorgedrungen.

In Spanien, Argentinien und Teilen Lateinamerikas sei der Konzern Marktführer. Auch zukünftig sei eine Konzentration auf diese Märkte geplant. Mit einem Anteil von ca. 12% sei die spanische Bank La Caixa Großaktionär (78% Free Float).

Bedingt durch eine rückläufige Nachfrage, den Verfall der Öl- (-8,5% gegenüber dem Vorjahr) und Gaspreise (-27%) sowie die anhaltende Krise in Argentinien sei das bereinigte operative Ergebnis im 2. Quartal 2002 um 40,4% gegenüber dem Vorjahr auf 844 Mio. Euro zurück gegangen. Im Upstreambereich sei ein operativer Gewinn von 435 Mio. Euro (-41%) erzielt worden, der im Rahmen der Erwartungen gelegen habe.

Das Produktionswachstum (+1% gegenüber dem Vorjahr), welches vor allem aufgrund von Desinvestitionen gering ausgefallen sei, habe deutlich unter dem Branchendurchschnitt (ca. +4%) gelegen. Im Downstreamsegment habe das Unternehmen einen Ertragsrückgang von 63% auf 173 Mio. Euro erlitten (erwartet: 260 Mio. Euro). Hier hätten vor allem die stark rückläufigen Raffinerie- und Tankstellenmargen in Argentinien belastet. Erfreulich habe sich dagegen das operative Ergebnis in der Chemiesparte entwickelt, die wieder schwarze geschrieben habe (66 Mio. Euro, 1. Quartal 2002: -17 Mio. Euro).

Wegen des außerordentlichen Gewinns, vor allem aus dem Anteilsverkauf (23%) von Gas Natural, sei der Konzerngewinn mit 1,0 Mrd. Euro deutlich positiv ausgefallen. Der bereinigte Überschuss habe 471 Mio. Euro betragen (-37% gegenüber dem Vorjahr). Dank umfangreicher Desinvestitionen und vorteilhafter Währungseffekte habe das Unternehmen die hohe Nettoverschuldung auf 8,9 Mrd. Euro reduzieren können (vorher: 16,6 Mrd. Euro).

Trotz der anhaltenden Krise in Argentinien hätten die Spanier die Markterwartungen zuletzt übertreffen können. Insbesondere die deutlich rückläufige Nettoverschuldung sollte zu einem Rückgang der hohen Zinslast führen und sei positiv zu werten. Die Kehrseite der Medaille sei jedoch, dass der Verkauf des Tafelsilbers die zukünftigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens vermindere. Zudem erscheine die Konjunkturlage in Lateinamerika weiterhin eingetrübt. Das erhöhte Risikopotential dürfte jedoch mittlerweile weitestgehend eingepreist sein. Vor dem Hintergrund der hohen Ölpreissensitivität sollte das Unternehmen von der derzeitigen Stärke des Crude Öls profitieren.

Insgesamt empfehlen die Analysten von Helaba Trust daher, die Repsol-Aktien nunmehr auf "neutral" hoch zu stufen.



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