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Analysen - DAX 100
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07.02.2012
HHLA vermeldet Marktanteilsgewinne und erfüllte Zielvorgaben
SRH AlsterResearch
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, bewertet die Aktie von HHLA (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) weiterhin mit "kaufen".
Mit den berichteten vorläufigen Eckdaten habe der Hafenlogistiker HHLA die eigenen Ergebnisvorgaben klar eingehalten - mit für das Geschäftsjahr berichteten 195 Mio. EUR (Q4: 40 Mio. EUR) liege das EBIT über der etwas "indirekt" gefassten Zielmarke von 187 Mio. EUR (entsprechend 32 Mio. EUR für Q4). Die vom Management formulierte Zielangabe von 200 Mio. EUR (nach Bereinigung um für das Q4 auf 10 Mio. EUR taxierte Wertberichtigung) habe einen Ergebnisanteil von 13 Mio. EUR der nicht von der HHLA-Aktie abgedeckten Immobilienaktivitäten enthalten. Die an der Guidance orientierte Analystenprognose sei übertroffen worden. Der vollständige Geschäftsbericht und ein Ausblick auf 2012 würden am 30. März veröffentlicht.
Der seewärtiger Containerumschlag liege mit 7,09 Mio. TEU über den von den Analysten für 2011 erwarteten 7,00 Mio. TEU (TEU: Einheit Standardcontainer). Der Zuwachs um 21,3% zum Vorjahr weise einmal mehr auf die starke Erholung der Asienverkehre und auf die wirtschaftliche Dynamik im Hamburger Hinterland, also den Märkten in Mittel-Ost-Europa, hin. In Q4 sei ein saisonal bedingter Rückgang gegenüber Q3 auf 1,78 Mio. TEU erfolgt, der mit -5,7% der Größenordnung eines Vergleichsjahres wie 2007 entspreche (2007: Rekordwert für ein Q4 mit 1,84 Mio. TEU; Q3 stets Jahreshöhepunkt).
Die Erwartungen an das HHLA-Ergebnis für 2011 hätten im Herbst reduziert werden müssen. Die EBIT-Marge sei insbesondere deshalb hinter dem Vorjahresniveau zurückgeblieben, weil sich die HHLA im Vorlauf auf künftiges Wachstum entschlossen habe, einiges zusätzlich an Umorganisation zu schultern. Damit die Positionierung im Weiteren noch ausgebaut werden könne, seien in einem eng bemessenen Zeitfenster komplexe Anpassungen an Organisation und Ausstattung umzusetzen, und dies unter Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs.
Angesichts neuer Schiffsgrößen und der bislang verzögerten Fahrrinnenanpassung der Elbe seien zudem die Zeitfenster für die Schiffsabfertigung sehr eng geworden; die notwendige Beschleunigung der Abläufe und die Bewältigung hoher Spitzenlasten hätten die Margen 2011 deutlich gedrückt. Im Gegensatz zu den wirtschaftlich erfolgreichen Intermodal-Diensten mit direkten Shuttle-Zügen, insbesondere der Tochter Metrans (Tschechien, Slowakei, Ungarn), sei die für den Transport in Deutschland und in die Alpenregion zuständige TFG Transfracht defizitär. Hier finde eine Neuausrichtung statt. Der Firmenwert (4,1 Mio. EUR) sei zum Jahresende abgeschrieben worden. Veränderungen im Kühlgeschäft (HHLA Frucht) hätten zudem eine Wertanpassung in ähnlicher Größenordnung notwendig gemacht.
Die nunmehr unmittelbar bevorstehende Elbvertiefung könnte nochmals für einen Dynamikschub sorgen. Zusammen mit einer parallel in Angriff genommenen Modernisierung des Kiel-Kanals (fünfte Schleuse) würden die Rahmenbedingungen gestärkt, damit die Hamburger Terminals mittel- wie langfristig überdurchschnittlich an Attraktivität gewinnen. Auch aufgrund gestiegener Treibstoffpreise kämen die vorteilhaften geographischen Aspekte und die hohe Effizienz der HHLA-Infrastruktur in den Transportkalkulationen von und nach Zentral- und Nordosteuropa mittlerweile wieder voll zum Tragen (Schnelligkeit, Verlässlichkeit/ Planbarkeit). Über die für 2011 vermeldeten Erfolge hinaus halte man weitere Marktanteilsgewinne gegenüber Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven für vorprogrammiert.
Die Analysten von SRH AlsterResearch bestätigen das "kaufen"-Anlageurteil für die HHLA-Aktie bei von 38 EUR auf 40 EUR leicht angehobenem Kursziel. Der Verkehrsinfrastruktur-Titel biete ein hohes Maß sowohl an Dynamik wie substanzgebundener Sicherheit. (Analyse vom 07.02.2012) (07.02.2012/ac/a/d)
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