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Analysen - DAX 100
07.02.2012
ElringKlinger Fertigungsausbau kommt voran
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christian Ludwig, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die ElringKlinger-Aktie (ISIN DE0007856023/ WKN 785602) von "kaufen" auf "halten" herab.

Bei einem Besuch im Stammwerk von ElringKlinger in Dettingen hätten sich die Analysten von den Fortschritten bei den Investitionsvorhaben überzeugen können: Die Fertigungslinie für die Zellkontaktierer für Li-Ionen Akkus (Investment ca. 12 Mio. Euro) sei fertig und in der Hochlaufphase. Die Linie sei sehr flexibel aufgebaut, sodass die verschiedensten Geometrien gefertigt werden könnten. Dies sei wichtig, da sich noch kein Standard etabliert habe und Elring für jedes neue Projekt ein neues Design entwerfen müsse. Neben zwei Deutschen OEMS, die schon Serienaufträge platziert hätten, sei man mit allen Europäischen OEMs in Gesprächen. Trotzdem sei der Umsatzanteil noch klein.

Die Analysten würden von ca. 7 Mio. Euro in 2012 ausgehen und 12 bis 15 Mio. Euro in 2013. Damit sei der Break-even noch nicht zu erzielen, da allein die Personalkosten für über 50 Ingenieure bei über 7 Mio. Euro liegen dürften. Trotzdem erscheine die Investition sinnvoll, da sich Elring hier in einer Zukunftstechnologie als Technologieführer positioniere. Zudem sei bei den Zellkontaktierern der Teilewert pro Auto mit 150 bis 200 Euro deutlich über dem Erlös, den Elring mit seinen bisherigen Produkten erzielen könne (maximal 40 bis 60 Euro). Allerdings werde sich nach Meinung der Analysten erst Ende des Jahrzehnts zeigen, ob und wie stark sich die E-Mobilität durchsetze.

Das neue Werk in Dettingen für Kunststoffspritzgussteile (Investment ca. 24 Mio. Euro) sei zwar noch nicht ganz fertig, die ersten Maschinen würden allerdings schon produzieren. Spätestens Ende des Jahres dürfte die große Halle mit 8.000 qm Fläche voll sein. Hier würden die neuen Produkte für Lkw-Motoren produziert werden, die rund 15 Mio. Euro p.a. an Umsatz beitragen dürften und margenseitig am oberen Ende des EBIT-Margen Zielkorridors von 16 bis 18% liegen sollten. Die bisherigen Pkw-Aktivitäten im Spritzguss würden ebenfalls sukzessive hierher verlagert.

Das neue Logistikzentrum im Stammwerk sei nun ebenfalls fertig gestellt. Schwierigkeiten mit der Software des vollautomatischen Lagers hätten den Start um über zwölf Monate verzögert. Die Automatisierung erlaube Elring rund 45 Mitarbeiter anderweitig einzusetzen.

Die Gesellschaft habe für 2012 eine organische Umsatzsteigerung von 5 bis 7% avisiert, dazu sollten 1 bis 2% aus Konsolidierungen kommen (vier Monate Hug, neun Monate Hummel, Thawa). Die EBIT-Marge dürfte den Zielkorridor von 16 bis 18% 2012 noch nicht erreichen, da Integrations- und Anlaufkosten belasten würden. Die Analysten hätten ihr Modell leicht angepasst und würden ein neues Kursziel von 23,00 Euro (vorher: 22,50 Euro) erhalten. Von den zu erwartenden vorläufigen Zahlen für 2011 dürften keine Überraschungen ausgehen.

Nach der starken Jahresanfangsperformance der Aktie (+19,4%), sehen die Analysten vom Bankhaus Lampe daher erstmal wenig Potenzial für die ElringKlinger-Aktie und stufen den Wert von "kaufen" auf "halten" zurück. (Analyse vom 06.02.2012) (07.02.2012/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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